Rieder kochte zuletzt im "Graf Hunyady" in der Krieau. Nun war die Zeit für einen Wechsel gekommen. "Das Hunyady liegt halt schon sehr abgeschieden. Da kocht man ein wenig unter Ausschluss der Öffentlichkeit." So hat es ihn in den zehnten Bezirk zu "Das Turm" verschlagen. Wie das Restaurant zu dem ungewöhnlichen Namen kam? "Das war die Idee vom Chef und ist die logische Abkürzung von ‚Das Turm-Restaurant’." Auf die Frage, wo die eklatantesten Unterschiede zum "Graf Hunyady" liegen, lacht Rieder und antwortet: "Die Höhe ist der größte Unterschied!", und deutet auf den atemberaubenden Ausblick, den man hier vom 22. Stockwerk auf Wien hat.
Bernhard Rieder - Höhenflug (GENUSS.MAGAZIN III/07)
Nichts für Menschen mit Höhenangst und konservativem Geschmack: Bernhard Rieder ist der neue Küchenchef im Restaurant "Das Turm".
Rieder kochte zuletzt im "Graf Hunyady" in der Krieau. Nun war die Zeit für einen Wechsel gekommen. "Das Hunyady liegt halt schon sehr abgeschieden. Da kocht man ein wenig unter Ausschluss der Öffentlichkeit." So hat es ihn in den zehnten Bezirk zu "Das Turm" verschlagen. Wie das Restaurant zu dem ungewöhnlichen Namen kam? "Das war die Idee vom Chef und ist die logische Abkürzung von ‚Das Turm-Restaurant’." Auf die Frage, wo die eklatantesten Unterschiede zum "Graf Hunyady" liegen, lacht Rieder und antwortet: "Die Höhe ist der größte Unterschied!", und deutet auf den atemberaubenden Ausblick, den man hier vom 22. Stockwerk auf Wien hat.
Köche sind Designer
Die Inspiration holt sich Rieder aus der Vergangenheit. Momentan experimentiert er damit, alte Produkte und Techniken aufzugreifen und kreativ weiter zu entwickeln. Zum Beispiel in Form der "Sulz vom gesurten Kalbsherz mit Kapern und Jakobsmuscheln mit Belugakaviar" – die Rieder’sche Interpretation eines klassischen Vitello Donato. Hier beweist er, dass es ihm gelingt, altgediente Gerichte neu zu gestalten und mit moderner Haubenküche zu verbinden.
Ein Koch als Speerwerfer
Ein anderes Mal gibt sich Rieder nach einer 150 Kilometer Radtour mit dem Top-Winzer Leo Hillinger ein Buchtel-Wettessen. Das Endergebnis: Rieder gewinnt mit 27 zu 25. In Italien hat er angeblich 40 Tiramisu auf einmal gegessen. "Ich kann halt einfach nicht aufhören, wenn mir etwas schmeckt", sagt er und zuckt mit den Schultern.
Bei all den ungewöhnlichen Geschichten, fragen wir ihn, wie man sich Rieder als Küchenchef vorstellen muss. "Ich bin eigentlich ein sehr umgänglicher Kerl, sehr milde und lustig. Für mich ist es in Ordnung, wenn in der Küche der Schmäh rennt. Ich werde erst dann streng, wenn ich merke, dass die Konzentration nachlässt." Der sympathische Spitzbub, Bernhard Rieder, ist lässig unkonventionell und – nicht nur auf die Höhe des Turm bezogen – ganz oben angekommen. Wer ihn live erleben will, muss nur den 22. Stock erklimmen. Ein Weg, der sich garantiert auszahlt!
Kurz gefragt
Genuss ist, wenn ich mich wohlfühle mit allem rundherum. Essen, Trinken, Lesen, Malen, in die Luft schauen – das alles impliziert Genuss für mich.
Wann fiel die Entscheidung, Koch zu werden?
Als Kind wollte ich Astronaut werden. Als ich aber begriffen habe, dass das nicht so einfach ist, habe ich beschlossen, Koch zu werden.
Hat man da auch noch Freude am privaten Kochen?
Die vergangenen zwei Jahre hatte ich in meiner alten Wohnung nicht einmal einen Herd, nur einen Kühlschrank. Ich bin entweder zu meiner Großmutter oder auswärts essen gegangen. Mittlerweile habe ich eine Küche und koche gerne zu Hause – am liebsten mit Freunden.
Karriere-Stationen
Wien 10, Wienerbergstraße 7
Tel.: 01/607 65 00
www.dasturm.at
Öffnungszeiten.
Mo bis Fr: 11:30 bis 15 Uhr und 18 bis 24 Uhr, Sa: 18 bis 24 Uhr
Restaurantleiter & Weinsommelier.
Pablo Meier-Schomburg
Küchenchef.
Berhard Rieder
















