DER JOB IST MEIN HOBBY
Aber widmen wir uns erst mal dem Werdegang des sympathischen Moderators. Da der junge Dorian neben dem Studium gezwungen war, Geld zu verdienen, nahm er etliche Jobs für einen Hungerlohn – unter anderem als Pizza- Lieferant und Fahrradverkäufer – an. Später packte ihn die Leidenschaft des Fotografierens. Für hundert Schilling schoss er Bilder für eine Wochenzeitung, bis er schließlich beim Fernsehen landete und eine Morgensendung bei einem Privatsender moderierte. Eines Tages erfuhr Dorians Mutter, dass der ORF zu einem Casting für "Willkommen Österreich" einlud.
"Die werden gerade auf mich warten", gab sich Dorian zuerst skeptisch, ging dann aber doch hin. Aus "Willkommen Österreich" wurde nichts, dafür moderiert er seither abwechselnd mit Marie-Christine Giuliani die Gameshow "Bingo". Der Job fällt ihm leicht. Wenn er weiß, was von ihm verlangt wird, bringt er es. So moderierte er unter anderem zusammen mit Claudia Stöckl die "Romy-Gala" und spielte in einer Comedy-Serie bei De Luca, wo sein komödiantisches Talent voll zur Geltung kam. Man sah ihn in einer "Trautmann"-Folge und in der Serie "Medicopter". Schließlich gelang es ihm in über 70 Sendungen als Karenzvertretung von Barbara Karlich, die hohen Quoten der nachmittäglichen Talksendung zu halten und teilweise zu übertreffen.
Dann kam der Anruf vom ORF, ob er nicht bei "Dancing Stars" das Tanzbein schwingen möchte. "Ich und tanzen?", meinte Dorian zu seiner Frau. Doch da er grundsätzlich für alles Neue offen ist, ließ er sich auf das Abenteuer ein, um am Ende als Sieger hervorzugehen. "Nie im Leben hätte ich damit gerechnet, zu gewinnen", erzählt er. Als die Entscheidung fiel – der Dancing Star 2008 heißt Dorian Steidl – war er überwältigt vor Freude. Als Star sieht er sich trotzdem nicht, sondern als einen, der Sendungen moderiert und damit Leute unterhält. Einer, der zum Leben der Menschen einfach dazugehört. Das Griss um ihn, das gleich nach seinem Sieg einsetzte, versetzte ihn in Erstaunen, zugleich freut es ihn.
Am 26. Juli wird er seine erste eigene Primetime-Show moderieren. In "We are the World" präsentiert er die Highlights des größten Chorwettbewerbs der Welt – 400 Chöre aus 90 Nationen haben in Graz bei den "World Choir Games" teilgenommen. Gemeinsam mit Küchenchef Bernhard Rieder bekochte er seine Tanzpartnerin Nicole Kuntner in der ORF-Soap "Wild Cooking". Und auch mit dem Tanzen ist längst noch nicht Schluss. Im September wird Steidl Österreich beim "Eurovisions-Dance-Contest" im schottischen Glasgow vertreten.
ICH LIEBE BODENSTÄNDIGE KOST
Doch nun zum Privaten und zum Genuss. Wir fragen ihn, wer bei ihm zuhause für das Kochen zuständig ist. "Das macht meine Frau", gibt er zu. "Die Heike ist keine gute Köchin, sondern eine wahre Künstlerin in der Küche." Das Zusammenspiel von Körper, Geist und Ernährung ist für Dorian sehr wichtig, besonders schätzt er Produkte aus Österreich. "Wir leben in einem wahren Schlaraffenland. Da wäre es doch schade, darauf zu verzichten", meint er.
"Oft hört man Leute sagen: Alles, was gesund ist, schmeckt nicht. So ein Blödsinn, es kommt nur auf die Zubereitung an", ist Steidl überzeugt. Genuss nimmt er immer mit allen Sinnen wahr. "Genuss lässt sich nicht nur auf die Geschmacksnerven reduzieren, denn auch das Auge isst mit. Ein guter steirischer Weißwein schmeckt doppelt so gut, wenn er aus einem edlen Glas getrunken wird. Wenn das Ganze dann auch noch vor Ort, also in der Südsteiermark, passiert", schwärmt er, "bin ich am Ziel meiner Träume".