Es darf geraucht werden
Zumindest für die Darre gilt dieses Diktum – wenn man Rauchmalz haben will.
Rauchbierzentrum Franken
Rauchmalz
Rauchbrauerei
Die Bamberger Brauerei Schlenkerla ist einer der wichtigsten Erzeuger von Rauchbieren. Sie wird in sechster Generation von der Familie Trum geführt. In ihrem Sortiment fi ndet sich ein dunkles, untergäriges Märzenbier, hergestellt mit Rauchmalz aus der hauseigenen Mälzerei. Es wird nach alter Tradition im Lokal direkt vom Eichenholzfass gezapft. Stammwürze: 13,5%; Alkohol: 5,1%; Bittere: 30 EBC. Das Rauchbier „Urbock“ wird zur Starkbierzeit (Anstich im Oktober) verkauft. Vorher hat es monatelang im Felsenkeller unter dem Stephansberg gereift. Stammwürze: 17,5%; Alkohol: 6,5%; Bittere: 40 EBC. „Rauchweizen“ ist ein (natürlich obergäriges) Weizenbier mit zartem Rauchgeschmack. Wie bei den bayerischen Weißbier-Klassikern besteht die Schüttung für dieses Bier aus einer Mischung von Gersten- und Weizenmalz. Zum Gerstenmalzanteil gehört dabei ein Rauchmalz aus der hauseigenen Mälzerei. Das Rauchweizenbier kommt naturtrüb nach Flaschengärung zum Ausschank. Stammwürze: 13,2%; Alkohol: 5,2%; Bittere: 20 EBC. Das „Fastenbier“ ist unfi ltriert. Untergärige Hefe verleiht dem rötlich hellbraunen Gebräu eine leichte natürliche Trübung. Man bekommt es ausschließlich im historischen Brauereiausschank und nur während der Fastenzeit. Fehlt noch „Aecht Schlenkerla Eiche“. Ein Doppelbock für die Weihnachtszeit mit besonderer Rauchnote. Das Rauchmalz wird über Eichenholz (nicht wie sonst üblich über Buchenholz) getrocknet. Stammwürze: 18,9%; Alkohol: 8,0%; Eine herrliche Bittere: 40 EBC.
Rauchbiere aus nah und fern
Immer wieder wagen sich auch nicht-fränkische Brauereien an Rauchbiere heran. Dazu zählt der Eschenbräu in Berlin Wedding. Die Innviertler Brauerei Raschhofer (Österreich), und die Braucommune in Freistadt (Bierviertel, Österreich) führten einige Zeit ein Rauchbier. Stiegl (Österreich) stellte im Rahmen seiner Monatsbiere Rauchbier her. Die Erste Wiener Gasthausbrauerei, das Fischerbräu, braut meist im Herbst ein Rauchbier ein, auch im Wiener Siebensternbräu gibt es eines, ebenso wie man in Husums Brauhaus gelegentlich Rauchbier bekommt. Die Haandbryggeriet in Norwegen braut ein ziemlich intensives Rauchbier mit dem Namen „Norwegian Wood“. Sogar im einsamen Patagonien, in Argentiniens El Bolson Rio Negro wird ein Rauchbier hergestellt und auch vom Black Forest Brew Haus in Farmingdale (NY) wird berichtet, dass es saisonal Smoked Beer herstellt. Bierglobetrotter erzählen vom Eisenbahn Rauchbier der Cervejaria Sudbrack (Brasilien) und vom Série Signature Rauchbier von Les Trois Mousquetaires (Brossard, Quebec, Kanada).
Adressen
96049 Bamberg, Laurenziplatz 20
Heller-Bräu Trum KG Schlenkerla
96049 Bamberg, Dominikanerstraße 6
Brauerei Spezial
96052 Bamberg, Obere Königstraße 10
Brauerei-Gasthof Kraus
96114 Hirschaid, Luitpoldstraße 11
Brauerei-Gasthof Drei Kronen Straub KG
96117 Memmelsdorf, Hauptstraße 19
Brauerei Hummel GmbH & Co. KG
96117 Merkendorf, Lindenstraße 9
Brauerei Hönig Gasthaus zur Post GdbR
96123 Litzendorf, Ellerbergstraße 15
Brauerei-Gasthof Hartmann
96110 Würgau, Fränkische-Schweiz-Straße 26
Brauerei Friedrich Barnikel
96158 Frensdorf, Herrnsdorf 5
Brauerei-Gasthof Kundmüller KG
96191 Viereth-Trunstadt, Weiher 13
Brauerei Rittmayer Hallerndorf OHG
91352 Hallerndorf, An der Mark 1
Brauerei Göller „Zur Alten Freyung“
97475 Zeil/Main, Wildgarten 12
Brauerei Friedrich Weber
96114 Hirschaid, Ringstraße 46
Verkostung
Platin
Edle Farbe, leuchtendes Kastanienbraun. Cremefarbener etwas grobporiger Schaum. Intensives Raucharoma, feurig. Duft nach Schwarzwälder Schinken, dahinter ein schönes Waldhonigaroma. Sehr eindeutig. Am Gaumen einprägsam, saubere Malzaromatik im Antrunk. Der kräftige Rauchgeschmack liegt sauber darüber und verbindet sich dann gut mit der malzigen Basis. Würzige, kraftvolle Töne am Gaumen, die an Lorbeer, Wacholder und Piment erinnern. Superbe Länge, einfach großartig.
Gold
Funkelndes Dunkelbraun. gedeckt-weißer, ausgesprochen feinporiger Schaum. Das Raucharoma wirkt eher dezent, ein Rauchbier aber nicht nur für Einsteiger, sondern auch bestens geeignet, würzige nicht gerauchte Speisen zu begleiten. Am Gaumen zuerst ein Eindruck von Vollmilchschokolade, dann Zartbitterschokolade. Dazu Kirsche, Pfl aume, Datteln. Viele Eindrücke am Gaumen und angenehm vollmundig. Gute Bittere. Darunter auch Röstbittere, die eine Spur nachhängt – sonst wäre es wohl Platin geworden. Ein insgesamt ausgezeichnetes Bier – süffi g, weich und gut antrinkbar. ?
Weiherer Rauch, Brauerei Kundmüller, Viereth-Trunstadt
Mittleres Gold, weißer Schaum. Schon die Optik zeigt – das ist eine ganz andere Art Rauchbier. Im Duft eher fl orale Aromen, die einen guten Kontrast zu den torfi gen Noten bilden. Dazu kommt viel Frucht im Duft: Zitrusnoten, grüne Banane und Gewürznoten a la Liebstöckl. Wir fi nden torfi ge Noten auch am Gaumen und im Ausklang, dort eine schöne Würze und eine gute Bittere.
Silber
Bronzefarben, naturtrüb, weißer Schaum. Dezentes Raucharoma, aber auch schokoladige und estrige Noten: Banane, Kirsche, Pfl aume. Leider auch eine Spur Buttrigkeit. Der Körper ist recht schlank. Im Nachtrunk erleben wir eine etwas zu kräftige Röstbittere. ?
Rittmayer Rauchbier, Brauerei Rittmayer, Hallerndorf
Strahlendes Kupfer. In der Nase ein Hauch von Kräutern, Kaffeearomen, animalische Noten. Relativ schlanker Körper, der sich aber schön geschmeidig zeigt. Der Rauchgeschmack wirkt an unterschiedlichen Punkten verschieden kräftig ausgeprägt. Im Nachtrunk feine Aromen von Kochschokolade. ?
Räucherla, Hummel GesmbH & Co KG, Merkendorf
Transparentes Kastanienbraun, heller Schaum. Das Bier erinnert an einen Waldspaziergang. Wir entdecken feuchtes Holz, Moos, Waldboden, Kräuter, Brennnesseln – einfach einen schönen bunten Herbstwald. Dazu kommen geröstete Nüsse. Die Nase verspricht ziemlich viel. Der Geschmack und der Körper sind dann auch recht gut – aber sie halten nicht ganz das, was uns die himmlische Nase versprochen hat. In Summe jedoch gut malzig, spannend und vielfältig.



















