Haben Sie das auch schon an sich beobachtet? Sie fühlen sich müde, sind überarbeitet und haben daher keine besonders gute Laune. Instinktiv greifen Sie zu einem Stück Schokolade, lassen es langsam auf der Zunge zergehen – und schon fühlen Sie sich wie durch Zauberhand wieder fi t und gut gelaunt. Von Missmut und Müdigkeit keine Spur mehr. Das ist der Beweis für eine wissenschaftliche Entdeckung, die vor einigen Jahren gemacht worden ist: Bestimmte Nahrungsmittel können glücklich machen.
01.05.2012
Essen Sie sich glücklich
Spezielle Lebensmittel können über Hormone die Stimmung verbessern.
Das kleine Glück
Doch wie ist das möglich? Es gibt bestimmte Naturprodukte, welche die Produktion von Glückshormonen im Gehirn ankurbeln. Für das Glücklichsein sind das zwei entscheidende Hormone: Serotonin und Dopamin. Beide spielen für unser Gefühlsleben eine wichtige Rolle. Da man im Labor genau messen kann, welche Lebensmittel den Serotoninbeziehungsweise den Dopamin-Spiegel im Blut ansteigen lassen, weiß man auch, welche Speisen uns zu Glücksgefühlen verhelfen können. Dopamin produziert unser Organismus selbst. Etwa durch einen tiefen Schlaf zwischen 22 und 24 Uhr, beim Sport und beim Sex. Wer durch Ernährung seinen Dopamin-Spiegel erhöhen möchte, sollte möglichst oft Fisch und Walnüsse in seinen Speiseplan einbauen. Für die Produktion von Serotonin benötigt unser Gehirn Nahrungsmittel, die reich an der essenziellen Aminosäure Tryptophan sind. Mit 250 Milligramm Tryptophan und einem speziellen Enzym können unsere Nervenzellen genügend Serotonin herstellen, damit wir uns glücklich fühlen. Da unser Körper Tryptophan nicht selbst herstellen kann, müssen wir es mit der täglichen Nahrung zuführen. So etwa mit Parmesan, Emmentaler, Cashew-, Erd- und Haselnüssen, Sojabohnen, getrockneten Erbsen, Weizenkeimen, Weizenkleie, Haferfl ocken, Mager-Topfen, Weizen, Naturreis, getrocknete Datteln und Feigen sowie Bananen und Avocados. Kommen wir noch einmal auf die eingangs erwähnte Schokolade zurück. Da läuft die Sache nämlich ein wenig anders. Das Kakaopulver enthält Ethylphenylamin. Dieses bringt im Gehirn von sich aus direkt die Produktion von Serotonin in Schwung. Trotzdem: Wer einen schnellen Glücksschub braucht, greift besser zu einem Stück süßem Obst. Während nämlich Schokolade relativ kurzfristig glücklich macht, weil ihr Zucker schnell seine Wirkung verliert, verhelfen Ananas oder Bananen zu einem längeren Glücksgefühl.
Süß & scharf
Das bedeutet aber jetzt nicht, dass man umso schneller und länger glücklich ist, je mehr man von den aufgezählten Nahrungsmitteln konsumiert. Es handelt sich dabei um einen sehr feinfühligen Mechanismus, bei dem wie überall gilt: Genießen Sie in Maßen. Die tryptophanhaltigen Nahrungsmittel sollten in eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse, mit nicht zu viel Fleisch und Fisch eingebettet sein. Übrigens: Wussten Sie, dass auch Scharfes die Stimmung hebt? Hier wirkt wieder ein anderer Mechanismus: Der Stoff Capsaicin, der zum Beispiel in der Chilischote enthalten ist, löst beim Essen ein brennendes, scharfes Gefühl auf der Zunge aus. Das Gehirn will den Schmerz unterdrücken und produziert Schmerzkiller. Diese Endorphine wirken ähnlich wie Morphium. Sie fördern das Glücksgefühl und bringen den Menschen in eine leichte Euphorie.














