 Thai-Virus.
Christian Layerer möchte
die Gäste mit seiner
Begeisterung für thailändisches
Essen anstecken © Kathrin Schrott |
Thai-Virus.
Christian Layerer möchte
die Gäste mit seiner
Begeisterung für thailändisches
Essen anstecken © Kathrin Schrott
|
Vom Reis der Thais
„Sawasdee“ – Willkommen im Restaurant City Thai, wo Besitzer Christian Layerer uns in die Geheimnisse der thailändischen Küche einführen will. Aus Leidenschaft zu diesem vielfältigen Land, das unser Gastgeber in den vergangenen 25 Jahren über 40 Mal bereist hat, entstand die Idee, ein Thai-Restaurant in Wien zu eröffnen. Seit mittlerweile acht Jahren findet dort zwei Mal pro Monat ein Kochkurs mit Show-Cooking zum Kennenlernen und Nachkochen statt. Anhand von drei Gerichten bringt uns Layerer nicht nur die thailändische Kochkunst, sondern auch die Bräuche, Lebensweise und Liebe zu Thailand näher. Oder wussten Sie, dass betagte Thailänder sich gerne zum Fischkampf treffen? Solche und ähnlich skurrile Geschichten serviert uns Layerer, während wir in überschaubarer Runde von sieben Leuten an einem großen Tisch stehen. Dann geht es an das Menü. Jeder Handgriff wird zunächst von seinem thailändischen Personal vorgezeigt, dann schnippeln wir Gemüse, Zitronengras und Galgant („Immer schräg anschneiden, so vergrößert sich die Schnittfläche und die ätherischen Öle entfalten besser ihr Aroma“). Die Zutaten werden reihum eingesammelt und im Induktionswok von Layerer und seinen beiden Helferinnen verarbeitet. Wichtigste Lektion: Alle Zutaten werden minutiös vorbereitet. Erst, wenn alles schön geschnitten in Schüsseln bereit steht, wird der Wok erhitzt, denn „kurze Garzeiten machen dieses Essen so gesund“. Tatsächlich ist die Kokossuppe „Tom kha gai“ nach fünf Minuten im Wok servierfertig. Mit Chili, frischem Zitronensaft und Korianderblättern kann jeder seine Portion individuell würzen, dann wird der erste Gang verzehrt. Die beiden Hauptgerichte „Gaeng pet gai“ (rotes Thai- Curry) und „Gai pad grapao“ (scharfer Wok) bereiten wir nacheinander zu. Schärfe enthalten sie beide – daran muss man sich in Thailand gewöhnen, denn „die Thailänder haben so ein Glück – nicht nur die tollen Temperaturen, den Buddhismus, nein, sie haben auch noch Chili“. Wenn die Zutaten doch einmal länger als nötig am Herd bleiben, liegt das einzig daran, dass Layerer in seiner Begeisterung für das Land nicht zu bremsen ist und in einem Redeschwall viele Geheimnisse der echten thailändischen Küche preis gibt: Wo bekommt man in Wien Kaffir-Zitronenblätter? Was tun, damit Kokosmilch keinen Durchfall auslöst? Warum darf man in einem echt thailändischen Restaurant niemals ein Messer zum Essen verlangen? Woher hat der Wok seine runde Form? Layerer kennt die Antworten auf all diese Fragen. Zum Schluss die Königsdisziplin: Schnitzen von Karottenblumen. Im tief gläubigen Thailand gibt es anstelle eines Tischgebets nämlich einen anderen Brauch: „Essen ist etwas Heiliges, man muss es so schön wie möglich zubereiten“, erklärt unser Kursleiter. So sichern sich die Buddhisten nämlich den Segen von oben.