Ich führe mein Lebensmittelgeschäft schon seit über 20 Jahren und habe dabei immer mit Käse gearbeitet. Als ich eines Tages an einem Gewinnspiel zum Thema Käse teilnahm, gewann ich den ersten Preis und damit die Ausbildung zum Diplom-Käsesommelier. Damit hat alles begonnen.
Wie ging es weiter?
1998 wurde mir der Titel Käsekaiser für die schönste Käsevitrine überreicht. Von da an wurde ich endgültig mit dem Käsevirus infiziert. Später kam das Interesse für Wein dazu und es folgte die Ausbildung zum Diplom-Sommelier.
Was fasziniert Sie so am Produkt Käse?
Ich esse einfach gerne Käse – in allen Reifestufen und Variationen. Durch meine Ausbildung weiß ich um die Wertigkeit und Vielseitigkeit dieses Genussmittels und kann immer wieder tolle Entdeckungen machen.
Wie hat sich der Käsemarkt inzwischen verändert?
Früher waren wir stolz, wenn wir Spezialitäten wie einen Pecorino im Geschäft hatten. Heute führen wir je nach Saison zwischen 80 und 150 verschiedene Käsesorten aus aller Welt. Österreich wird dabei immer wichtiger.
Nach welchen Vorgaben bestücken Sie Ihre Vitrine?
Ich lege sehr viel Wert auf Abwechslung. Wir bieten unseren Kunden immer etwas Neues zu entdecken an.
Das klingt nach viel Arbeit!
Gar nicht. Ich empfinde meinen Beruf nicht als Arbeit, schaue dabei auch nie auf die Uhr.
Inzwischen hat sich in Österreich eine tolle Plattform für Käseinteressierte gebildet …
Stimmt, in den vergangenen Jahren hat sich durch das Engagement von Gleichgesinnten eine außergewöhnliche Szene entwickelt. Es gibt auch immer mehr Veranstaltungen.
Was ist Ihrer Meinung nach der häufigste Fehler, der beim Käseeinkauf gemacht wird?
Dass vielfach von einem einzigen Käse ein zu großes Stück gekauft wird – oft weil es in Aktion ist. Dann isst man zwei Wochen ohne Abwechslung davon. Schrecklich!
Und der häufigste Fehler beim Verkauf von Käse?
Wenn schlecht geschultes Personal falsche oder gar keine Antworten gibt. Oder, wenn der Verkäufer überhaupt verschwindet, wenn der Kunde etwas fragen will. Durch meine Arbeit erlebe ich viel und könnte ein ganzes Buch mit absurden Anekdoten schreiben (lacht).
Was wünschen Sie sich für die Zukunft des österreichischen Käsemarkts? Dass es immer wieder Innovationen gibt. Es wäre auch wünschenswert, dass etwas mehr auf die Verpackung von Käse geachtet wird. Etwas sorgfältig Eingepacktes kauft man einfach lieber, das Produkt wird dadurch aufgewertet.
Haben Sie so etwas wie einen übergeordneten Leitsatz?
Natürlich! Niemals stehen bleiben, sondern sich immer weiterentwickeln …
Rudis Käseck, 3945 Hoheneich, Marktplatz 86 Tel.: 02852/541 48, rmacho10@hotmail.com












