Andere Erklärungsversuche schreiben Sie bitte unter dem Betreff "was sonst" an den Verlag. Denn auf unsere Frage nach dem familiären Hintergrund und die, zugegebenermaßen naive Zusatzfrage: "Sind Sie die erste ‘Bier-Generation’ oder ist Ihre Familie schon länger ‘im Bier’?", haben wir zunächst einmal mildes Lächeln zur Antwort bekommen. Dann prasselten die Fakten auf uns ein: "Schon die Vorgenerationen waren Bierbrauer" (Liebl), "Ich bin in der fünften Generation im Bierbereich tätig" (Michaelis), "Bier ist etwa seit 1630 in der Familie" (Trojan), "Mein Vater und mein Onkel waren Braumeister, wie ich" (Michaelis), "Die jüngsten fünf Generationen sind wir in Schrems" (Trojan).
Kein Wunder, dass außer dem goldenen Blut auch noch ein gerüttelt Maß an geistigem Gut mitvererbt wurde. Nämlich "dass das Bier der Kitt der Gesellschaft ist" (Michaelis) und seine Produktion "eine sinnvolle Mischung aus Geldverdienen und Faszination" (Trojan) beziehungsweise "eine ganz natürliche Angelegenheit" (Michaelis) sein soll. Bier ist "Leidenschaft und Berufung" (Liebl) oder einfach "Alles" (Trojan).
Das sieht nach einer ziemlich konservativen Welt aus. Doch selbst die progressivsten unter den Fortschrittlichen werden wohl lieber ein konventionell gebrautes Bier trinken "ohne Zusätze und Ähnliches" (Michaelis). Es ist gesünder, schmeckt besser. Auch bei der Antwort auf die Frage, welcher denn der spannendste Ort in einer Brauerei sei, waren sich alle drei einig: Das Sudhaus. Wolfgang Michaelis schwärmt von der beeindruckenden Ästhetik, während Karl Trojan ebenda die Transzendenz verortet. "Dort kommen die Rohstoffe zusammen. Dort beginnt die Mystik des Bierbrauens." Allein deshalb ist das Sudhaus das Herz jeder Brauerei. Jeder gestandene Bierbrauer muss zumindest einmal in seinem Leben ein Sudhaus gebaut haben. Auch das haben diese drei gemeinsam.

















