Das klingt nach Erfolgen mit Saphir Saphir war mir ein Herzensanliegen. In meiner Studienzeit habe ich das Jever sehr geschätzt. 2010 war für Zwettler die Zeit reif, ein Premium Pils auf den Markt zu bringen.
Wie sieht da die wirtschaftliche Seite aus? Die haben wir am Anfang einfach ausgeklammert. Ich habe gesagt: „Auch wenn sich das nicht rechnet, machen wir es.“ Und rechnet es sich? Ja. Schon nach einem Jahr. Das war, wie gesagt, gar keine Bedingung. Natürlich freuen wir uns ganz besonders darüber.
Ein Produkt im Marketingbudget … (schmunzelt) So kann man es sehen. Ein Bier, wie unser Saphir, ist eine Imagekampagne für die ganze Brauerei.
Messbare Erfolge? Eindeutig. Erst vor wenigen Tagen wurde uns eine Studie präsentiert, die wir in Auftrag gegeben haben. Sie hat – neben vielen anderen Aspekten – auch gezeigt, dass uns das Saphir sehr gut getan hat.
Wer trinkt das Saphir? Viele Frauen, das hat mich persönlich überrascht.
Dass alle Frauen eine kräftige Bittere ablehnen, ist ein großer Irrtum. Das stimmt. Uns haben einige Damen gesagt, dass sie selten Bier trinken, aber beim Saphir sind sie auf den Geschmack gekommen.
Wir haben in bier.pur Deutschland einen neuen Bierstil gefordert. Ein „richtiges“, edelherbes Pils, fein, elegant und mit kräftiger Bittere. Dann kann das so genannte „Pils“ ohne weiteres als helles Mainstream-Bier bestehen bleiben. Mit dem Saphir haben wir genau das bewiesen. Jene, die unser Pils Classic schätzen, werden zum Teil dabei bleiben – aber für die Freunde feinster Herbe haben nun auch wir ein Bier im Angebot.
Ein ausgezeichnetes. Kann Zwettler mit so einem Nischenprodukt neue Zielgruppen gewinnen? Eindeutig. Viele Weintrinker greifen besonders gerne zu unserem Saphir.
Was hat die Studie sonst noch ergeben? Dürfen wir schon etwas erfahren? Wir haben 1999 mit dieser Art Marktuntersuchung begonnen, auch im Jahr 2004 eine Studie beauftragt – und jetzt wieder. Wir haben bei Konsumenten unsere Marke im Vergleich zu anderen Biermarken getestet. Das erfreuliche Ergebnis: Zwettler hat in den jüngsten Jahren den größten Schub erfahren – neben einer großen Salzburger Marke.
In welchen Bereichen? In allen wichtigen – Qualität, Bekanntheit, Sympathie.
Welcher Faktor ist für die Zwettler Markenphilosophie der Wichtigste? Das ist heute eindeutig „Qualität“. Wir waren einmal auf Kostenführerschaft ausgerichtet. Mein Vater hat die richtigen Weichen für eine ausgezeichnete wirtschaftliche Grundlage gestellt, er hat sehr weise investiert.
Darauf kann man aufbauen … Wir haben vor etwa einem Jahrzehnt entschieden, das „Diktat der Qualität“ über alles drüberzulegen. Heute kann man sagen, dass Zwettler mit industriellen Anlagen Bierspezialitäten braut.
Eine gute Grundlage für die eingangs erwähnte Produktpolitik der Zukunft. Ich habe aktuell in meinem Kühlhaus rund 20 unterschiedliche Biersorten. Ich schaue, dass ich immer gut informiert bin, was sonst so gebraut wird. Da gibt es spannende Ansätze – auch für uns.
Zwettler ist Mitglied bei den Freien Brauern. Ist das befruchtend? Absolut! Als wir eingeladen wurden beizutreten, haben wir zunächst die Einkaufsvorteile gesehen. Das ist natürlich nach wie vor angenehm, spielt aber längst nicht mehr die Hauptrolle.
Was ist wichtiger? Der Austausch mit den Kollegen ist viel wichtiger geworden. Auch in den vielen kleinen Arbeitsgruppen: Technik, Controlling, Marketing, …
Viele gute „Best Practice“ Fallstudien … Natürlich. Man versucht immer von den Besten zu lernen. Alle in der Gruppe wissen: Es ist ein Geben und Nehmen, keine Einbahnstraße. Mit höchstem Vertrauen als Voraussetzung.
Die Mitgliedschaft scheint einiges zu bringen … Sehr viel. Auch Benchmarking. Wir sehen, wo wir stehen. Und das motiviert uns, unseren Weg zu gehen.
Der scheint ja im Falle von Zwettler ständig bergauf zu gehen. (lächelt) wir geben uns alle Mühe …
… und dennoch schaut das gar nicht „bemüht“ aus, im Gegenteil: Souverän und entspannt. Umso besser.
Vielen Dank für das gute Gespräch














