Herr Schirnhofer, Ihnen eilt der Ruf voraus, unter Österreichs Fleischverarbeitern der profundeste Schweinefleischkenner zu sein. Welchen Hintergrund hat diese Hinwendung zum beliebten Rüsseltier?
Ich habe vor 27 Jahren begonnen, mich wissenschaftlich mit der Schweinefleischqualität auseinanderzusetzen. Das vor dem Hintergrund der so genannten "Schrumpfschnitzel", die Mitte der 1980er-Jahre sprichwörtlich in aller Munde waren. Dieses Phänomen, bezeichnet als PSE (Pale=blass, Soft=weich, Exudative=wässrig), nicht zu verwechseln mit BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie, zu deutsch etwa "die schwammartige Gehirnkrankheit der Rinder", auch Rinderwahn genannt, Anm. d. Red.), beschäftigte Mitte der 1980er-Jahre die gesamte Branche. Ausschlaggebend für diese Qualitätsminderung war eine überzüchtete Fleischrasse, die einen hohen Muskelanteil aufwies und überaus stressanfällig war. Die betroffenen Schweine fielen bei der geringsten Aufregung tot um und lieferten minderwertiges Fleisch. Wir hatten das Glück, dass von unseren klein strukturierten Bauern damals nur wenige betroffen waren und so entstand in der Folge die Markenschweinlinie Porki, die ich mit ein paar Landwirten ausgetüftelt hatte.