Wien, Anfang März: Beim jährlichen Pressegespräch zieht DI Dr. Markus Liebl, Generaldirektor der Brau Union, Bilanz – und hat allen Grund zur Freude. 2011 konnten Markanteile gewonnen sowie ein Absatz- und Umsatzplus verbucht werden. Mengenmäßig legte man um 3,6 Prozent auf über 4,7 Millionen Hektoliter zu, der Volumens-Marktanteil konnte um 0,6 Prozent gesteigert werden. Die Umsatzerlöse – mit Bier und anderen Getränken – erhöhten sich um 4,7 Prozent auf 624 Millionen Euro. Der Export wuchs um 20 Prozent. Im Lebensmittelhandel gab es Zuwächse um 4,5 Prozent, für die vor allem Biermischgetränke wie Radler verantwortlich zeichneten (+44%). Besonders punkten konnte man mit den Gösser Natur-Radlern (Zitrone, Kräuter) und dem Zipfer Limettenradler, der bereits wenige Monate nach Markteinführung die Absatzprognosen deutlich übertreffen konnte (Marktanteil über zehn Prozent). Generell waren Innovationen der Hauptgrund für die positive Entwicklung bei der Brau Union: Mit dem Edelweiss alkoholfrei brachte man im Herbst ein alkoholfreies Weißbier auf den Markt, ebenfalls neu im Sortiment ist Desperados, ein in Frankreich hergestelltes Bier mit Tequilla-Flavour, für das die Brau Union die Vertriebsrechte für Österreich erworben hat. Die Marke Puntigamer führte 2011 ein neues Gebinde, die 1,5-Liter-PET-Flasche ein. Im April 2012 wird Schwechater mit der „Maxi“-Flasche nachziehen. Man will mit der Förderung der Bierkultur, einer am heimischen Markt einzigartigen Marken- und Geschmacksvielfalt, und der Betonung auf kompromisslose Qualität weiter an Boden gewinnen. In Sachen Bierkultur hat sich einiges getan: Die Spezialitäten-Manufaktur Kaltenhausen, eine jüngst eröffnete Experimentierbrauerei, die nicht primär auf Gewinn ausgerichtet ist, soll für neue Impulse sorgen. Auch die Bierkarten-Initiative will in diesem Zusammenhang Akzente setzen. Man ist überzeugt: Bierkarten fördern den Umsatz in der Gastronomie. Dafür hat das Unternehmen sogar eine eigene Software entwickelt, mit deren Hilfe sich der Kunde selbst Bierkarten zusammenstellen kann – nicht nur für Biere des Konzerns, auch die Mitbewerber sind im System erfasst. Das Thema Bierkultur soll in diesem Jahr auch im Social Media Bereich stark propagiert werden (siehe www.facebook.com/Bierkultur.at). Auch in Sachen Energieeffi zienz tut sich bei der Brau Union einiges: Die Brauerei Göss wird modernisiert und umgebaut. Umgesetzt werden eine Biogas- und eine Solarthermieanlage auf 4.000 Quadratmeter, die aus Mitteln der Europäischen Union gefördert werden. Damit soll in Göss die erste Grüne Brauerei Österreichs entstehen – eine Initiative der Österreicher, die auch schon innerhalb des Mutterkonzerns Heineken aufgegriffen wurde. Für 2012 erwartet sich Markus Liebl weiteren Aufschwung: „Wir werden den österreichischen Biermarkt auch heuer mit weiteren Innovationen beleben.“ Die Förderung der Bierkultur in Österreich sieht Liebl als wichtige Möglichkeit zum Wachstum in Österreich.