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Die Exoten kommen (GENUSS.MAGAZIN I/08)

Die ganze Welt in ihrer Obstschale. Sie haben genug von Äpfeln, Birnen und Marillen? Dann probieren Sie zur Abwechslung doch einmal die Exoten von Übersee. ©iStockPhotoZoom
Ananas, Bananen und Feigen sind mittlerweile bekannt. Kiwis, Mangos und Papayas ebenso. Aber die Tropen haben noch mehr exotische Früchtchen zu bieten.
ie müssen unsere Vorfahren vor hundert Jahren geschaut haben, als sie zum ersten Mal eine Banane erblickten? Diese eigenartige, gebogene gelbe Frucht, die man streifenweise entblättert, um an ihren schmackhaften Kern zu gelangen. Vor hundert Jahren galt die Banane in Mitteleuropa als exotisch und sehr exklusiv. In den 50er-Jahren folgte die Ananas, 1975 wurde die erste Kiwi importiert. Erst in den 80er-Jahren, als die ersten gekühlten Schiffscontainer für die Fracht eingesetzt wurden, verringerten sich die Kosten für den Transport und die exotischen Früchtchen wurden auch für Otto Normalverbraucher erschwinglich. Seitdem hat sich vieles getan. Heute gehen diese Lebensmittel ganz selbstverständlich und tonnenweise über den Ladentisch.

Tipps für den Einkauf

Wenn Sie das nächste Mal auf dem Markt einkaufen, schauen Sie sich doch einmal nach den Exoten um und probieren Sie die eine oder andere Sorte aus. Auch in größeren Supermärkten können Sie die fremden Früchte finden. Doch woran erkennt man, ob die angebotene Ware auch gut ist, deren Namen man zum Teil nicht einmal richtig aussprechen kann? Da ist guter Rat teuer. Wir helfen Ihnen gerne dabei.
Kaufen Sie exotische Früchte nicht nur nach Größe und Schönheit. Sehr große Früchte weisen auf einen hohen Wassergehalt und somit auf mangelndes Aroma hin. Viele Exoten schmecken im überreifen Zustand am besten – Bananen sogar erst, wenn die Schale bereits bräunlich ist. Mangos, Guaven und Ananas sind dann reif, wenn sie einen intensiven Duft verströmen. Dabei gilt: Schnuppern erlaubt, Drücken verboten. Prüfen Sie den Reifezustand nicht mit dem Fingerdruck, da die empfindlichen Früchte an dieser Stelle dann schneller zu faulen beginnen. Besonders bei abgepacktem Obst ist die Gefahr von Schimmelbildung hoch. Packen Sie das Obst nach dem Kauf sofort aus. Angeschimmeltes Obst darf nicht mehr verzehrt werden. Wie bei heimischem Obst sollten Sie die Früchte vor dem Verzehr gründlich waschen oder schälen. Dann steht dem exotischen Genuss nichts mehr im Wege. Tauchen Sie ein in die Welt des ausgefallenen Geschmacks und der raffinierten Aromen.

Obst ist gesund

Mangostanen, Rambutane, Cherimoyas – die wohl letzten wahren Exoten im umfangreichen und vielfältigen Marktangebot unserer Breiten. Doch nicht mehr lang und auch sie werden Einzug in unseren Supermarkt-Regalen halten. Ein Umstand, den man nur herbeisehnen kann, denn die frischen Früchtchen schmecken nicht nur aufregend verführerisch, auch ihr gesundheitlicher Wert ist beachtlich. Dass Obst einen wesentlichen Bestandteil der Ernährung ausmachen sollte, ist bekannt. Denn Früchte liefern wichtige Nährstoffe wie Vitamine, Calcium oder Eisen.

Curuba, Mangostan & co.

Kommen wir nun zu den Hauptdarstellern dieser Geschichte. Begleiten Sie uns auf unserem Streifzug durch die bunte Welt der exotischen Früchte.


Cherimoya ©iStockPhotoZoom Cherimoya (Rahmapfel). Das weiße, cremige Fruchtfleisch der Cherimoya schmeckt herrlich süß, ein wenig nach Vanille und eignet sich daher hervorragend für Sorbets oder als Beilage zu geräuchertem Fisch und Fleisch. Püriert kann das Fruchtfleisch gut eingefroren werden. Die Früchte sind reif, wenn sich die grüne Schale leicht schwärzlich verfärbt. Bei Zimmertemperatur reifen die Früchte nach. Die Schale und die Samen sind ungenießbar. Aufgeschnittene Früchte sollten Sie gleich mit Zitrone beträufeln, damit sie nicht braun und unansehnlich werden.
Curuba ©iStockPhotoZoom Curuba. Die Beerenfrucht ist länglich oval und wird bis zu zehn Zentimeter lang. Unter der bananenartigen Schale verbirgt sich das gelbliche, geleeartige Fruchtfleisch, das angenehm duftet und vom Geschmack her säuerlich aromatisch ist. Man kann sie zu Saft, Gelees und Kaltschalen verarbeiten. Sie schmeckt auch gut als Sorbet, Creme, Dessert oder Eis.

Granadilla. Die runden, gelb-orangen Früchte enthalten in ihrem grünlich-grauen Fruchtfleisch etwa 200 bis 300 kleine, angenehm knusprig schmeckende Samen. Die Granadilla schmeckt erfrischend süß-säuerlich. Der Reifegrad ist optimal, wenn die Schale bräunliche Flecken zeigt. In diesem Zustand ist sie gekühlt noch etwa eine Woche haltbar. Entweder Sie löffeln das Fruchtfleisch roh aus der Schale oder Sie verarbeiten es zu Süßspeisen, Sorbets oder Fruchtsaucen. Mit Milchprodukten verträgt sich die Frucht allerdings nicht.

Guave ©iStockPhotoZoom Guave. Reife Früchte sind gelb, fühlen sich weich an und verstömen einen starken, süßlichen Duft. Ab diesem Zeitpunkt sind sie allerdings nur noch wenige Tage im Kühlschrank haltbar. Sowohl das saftig weiche Fruchtfleisch der birnenförmigen Guave als auch die kleinen Kerne sind essbar, nur die Schale sollten Sie entfernen. Der nicht besonders intensive Geschmack der Guaven hat ein Aroma zwischen Birne, Quitte und Feige und schmeckt leicht säuerlich. Sie eignen sich hervorragend für Fruchtsalate und aufgrund ihres hohen Pektin-Gehalts auch sehr gut für Marmeladen, Gelees und Kompott.


Kaki ©iStockPhotoZoom Kaki. Die gelbe bis orange Frucht ähnelt äußerlich einer großen Tomaten mit glatter, goldgelber bis rötlicher Schale und vier dunkelgrünen Kelchblättern am Stielansatz. Sie hat ein süßlich-herbes Aroma und ihr Geschmack erinnert ein wenig an den von Marillen. Unreife Kaki sind wegen ihres hohen Gerbsäureanteils ungenießbar, Kaki reifen jedoch bei Zimmertemperatur sehr gut nach. Ihre volle Reife haben sie erlangt, wenn die Schale tieforange oder blass-rosa gefärbt, glasig erscheint und sehr weich geworden ist. Am besten essen Sie Ihre Kaki roh. Halbieren Sie die Frucht und löffeln Sie sie aus. Die Kakifrucht verträgt sich auch gut mit Alkoholischem: Frisch ausgelöffeltes Fruchtfleisch mit ein paar Tropfen Rum beträufelt schmeckt köstlich und Kakifrüchte eingelegt in Portwein gelten als besondere Delikatesse. Es gibt mittlerweile mehrere tausend Kaki-Sorten. Eine sehr beliebte Neuzüchtung aus Israel ist die Sharonfrucht. Die Schale ist weicher und kann somit auch mitgegessen werden. Sie hat keine Kerne und keine Gerb- und Bitterstoffe.
Karambole ©iSockphotoZoom Karambole (Sternfrucht). Die gelb-grünliche Frucht sieht in Scheiben geschnitten wie ein fünfzackiger Stern aus. So eignet sich die Karambole wunderbar als Dekoration für Speisen. Aber auch in Obstsalaten, als Tortenbelag oder in Marmeladen und Kompott schmeckt die Sternfrucht toll. Ihr saftiges Fruchtfleisch ist erfrischend und schmeckt leicht säuerlich mit einem Hauch von Jasmin. Die Schale kann mitgegessen werden. Früchte, deren Spitzen sich bräunlich verfärben, sollten Sie nicht mehr kaufen – das ist ein Zeichen für Überreife.

Mangostan ©iStockPhotoZoom Mangostan. Die Schale der Mangostan ist dunkelbraun oder violett, sehr hart und dick. Im Inneren erwartet Sie helles Fruchtfleisch, das in mehrere Segmente unterteilt ist – ähnlich wie bei Mandarinen. Der Geschmack ist aromatisch süß-sauer und erinnert an Zitronen und Pfirsiche. Schälen Sie die Mangostan und essen Sie die einzelnen Stücke. Im Mixer püriert eignet sich die Frucht auch für die Zubereitung von Cremes und Cocktails. Diese Frucht verdirbt jedoch sehr schnell und sollte daher möglichst frisch genossen werden.

Pitahaya © ArchivZoom Pitahaya (Drachenfrucht). Mit ihren großen Schuppen sehen die faustgroßen, ovalen Früchte sehr dekorativ aus. Sie ist die Frucht einer Kaktee. Bei uns sind rote und gelbe Früchte im Verkauf, wobei die gelben Früchte die aromatischeren sind. Das Fruchtfleisch ist geleeartig, weiß und enthält zahlreiche kleine schwarze Kerne. Der Geschmack ist aromatisch, leicht säuerlich und erinnert an Stachelbeeren. Sie können das Fruchtfleisch entweder roh aus der dünnen Schale löffeln oder zu einem schmackhaften Mus pürieren. Die Kerne sind zwar essbar, Sie sollten sie aber nicht zerbeißen, da sie eine abführende Wirkung haben.

POMELO ©iSockphotoZoom Pomelo. Im Gegensatz zu ihrer Verwandten, der Grapefruit, hat die Pomelo eine grüne, sehr dicke Schale. Wenn diese leicht schrumpelig wird, ist sie genau richtig zum Verzehr. Anders als die leicht bittere Grapefruit schmeckt die Pomelo fruchtig nach Zitrone und ein wenig nach reifen Brombeeren. Am besten schmeckt sie pur, es empfiehlt sich jedoch, die Außenhaut der einzelnen Segmente vorher zu entfernen. Frisch gepresst ist der süß-säuerliche Saft herrlich erfrischend.
Rambutan ©iSockphotoZoom Rambutan. Die Rambutan, eine Verwandte der Litschi, hat eine weinrote bis braune Schale, dicht besetzt mit bunten, borstigen Haaren. Im Inneren verbirgt sich eine milchig-weiße Frucht sowie ein länglicher, ungenießbarer Kern. Das saftige Fleisch schmeckt süß-säuerlich und erinnert an den Geschmack von Trauben. Reife Früchte erkennen Sie daran, dass die Härchen schon etwas eingetrocknet sind. Dann sind sie jedoch nur noch zwei bis drei Tage gekühlt haltbar. Schneiden Sie die Schale ab und genießen Sie die Frucht roh, in Desserts oder in Cocktails. Toll schmeckt es auch, wenn Sie Rambutan am Schluss einem Currygericht zufügen oder als Beilage zu einer Käseplatte servieren.

Sapotilla (Breiapfel). Die eiförmige Frucht verfärbt sich mit zunehmender Reife von grünlich in ein schmutziges Braun. In der Vollreife weist die Schale kleine Risse nahe dem Stiel auf. Das Fruchtfleisch hat ein süßes, an Birnen, Honig und Kandiszucker erinnerndes Aroma. Löffeln Sie genüsslich das Fruchtfleisch aus der Schale oder verarbeiten Sie das Fruchtfleisch zu Obssalat oder Marmelade.
Tamarillo ©iSockphotoZoom Tamarillo (Baumtomate). Die Frucht erinnert von der Form her an eine übergroße, rote Olive. Im Prinzip ist die ganze Frucht essbar – wenn Sie sie schälen, geht der bittere Geschmack etwas verloren. Das geleeartige, orangefarbene Fruchtfleisch enthält leicht bittere Kerne und schmeckt süß, sauer und bitter zugleich. Sie schmeckt roh zu Käse und kaltem Fisch, eignet sich aber auch als Zutat für Saucen, Dips und Getränke. Ideal auch für Chutneys und Marmeladen.

schwimmende märkte. Die so genannten Floating Markets in Thailand lassen die Herzen von Freunden exotischer Früchte höher schlagen. ©DreamstimeZoom Die ganze Welt in Ihrer Obstschale

Sie sehen: Die Sortenvielfalt an exotischen Früchten ist riesig. Von einigen dieser Früchte werden Sie – wenn es Ihnen ähnlich geht wie mir – noch nie etwas gehört haben. Dieses Obst zu entdecken, ist ein spannendes Erlebnis, vor dem Sie nicht zurückschrecken sollten. Probieren Sie sich doch einmal quer durch diese exotische Vielfalt und finden Sie Ihre persönlichen Favoriten. Einen Versuch ist es auf alle Fälle wert.
01.03.2008
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