Schwein gehabt

Ein Artikel von Johannes Rottensteiner | 11.07.2017 - 15:21
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Köche werden die neue Marke "Voralpenlandschwein" schätzen (v. l.): Dr. Johann Schlederer (GF VLV), Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, Dietmar Doppelmair (GF Metro Linz), Walther Jäger (Küchenchef Luftenberger Hof) und Andreas Windbichler (Luftenberger Hof). © Land OÖ/Pree.

Die Schweinebranche besitzt eine hohe Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Oberösterreich. So ist Oberösterreich mit einem Anteil von 37 Prozent an der gesamten nationalen Erzeugung das Bundesland mit der größten Schweineproduktion Österreichs. Der Produktionswert beträgt rund 260 Mio. Euro. 2015 gab es in Oberösterreich 1.164.382 Schweine, davon 18.999 Bio-Schweine, auf 7.994 landwirtschaftlichen Betrieben, darunter 1.084 Bio- Betriebe.
Qualitäts- und Markenprogramme bauen auf den hohen Standards des österreichischen Tierschutzgesetzes auf und zeigen, wie bunt und vielfältig die oberösterreichische Landwirtschaft ist.
Die Stärke der heimischen Fleischbranche liegt dabei in der Qualitätsproduktion, die strengsten Auflagen und Kontrollen unterliegt. „Es wird Qualität geboten, auf die unsere Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher stolz sein können und die mittlerweile im Fokus der Gesellschaft steht. Regionalität und Nachvollziehbarkeit sind das Gebot der Stunde. Und das gewährleisten unsere Bäuerinnen und Bauern“, zeigt sich Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger begeistert.

Trends – Tradition & Moderne

Zwar ist der Schweinefleischkonsum der Österreicherinnen und Österreich allein zwischen 1995 und 2015 um 2,2 kg gesunken, dennoch gilt das Schnitzel als beliebtestes Fleischprodukt und auch die traditionellen Gerichte, wie das oberösterreichische Bratl, sind und bleiben Klassiker in der Küche. „Auch wenn wir vor allem bei jüngeren Zielgruppen andere Konsumgewohnheiten feststellen können, wie die Begeisterung für Pulled Pork, das nicht nur bei Grill- und BBQ-Abenden beliebt ist, setzt die Konsumgesellschaft zunehmend auf Qualität, Regionalität und vor allem Nachvollziehbarkeit und Transparenz. Anonyme Massenware rückt in den Hintergrund – eine Entwicklung auf die wir stolz sein können“, so Hiegelsberger.

Regionale Produkte fördern die Identifikation mit der Heimat und stehen im Einklang mit den Traditionen Oberösterreichs. Dieser Trend und die Forderungen der Konsumentinnen und Konsumenten nach geprüfter und regionaler Qualität sind nun auch in der Gastronomie spürbar. Schätzungen der AMA Marketing zufolge werden bereits 51 Prozent des Fleisches außer Haus verzehrt. Dabei sind regionale Partnerschaften zwischen Produktion und Gastronomie essentiell. Landesrat Hiegelsberger weiß: „Die Zusammenarbeit mit heimischen Bäuerinnen und Bauern sowie regionalen Produzentinnen und Produzenten, aber auch die Pflege der echten österreichischen Gastlichkeit spürt und schmeckt der Gast.“

Das Voralpenlandschwein

„Dieses Markenprogramm stellt die Produkte unserer Bäuerinnen und Bauern und der lokalen Betriebe einer Region in den Fokus. Das Voralpenlandschwein muss in Oberösterreich geboren, gemästet, geschlachtet und zerlegt werden. So bleibt die Wertschöpfung in der Region. Diese Mehrwerte müssen jedoch auch von den Konsumentinnen und Konsumenten abgegolten werden. Bei all diesen Programmen und Initiativen stehen faire Partnerschaften entlang der gesamten Produktionskette im Vordergrund, sodass die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher am Teller auch sinnlich nachvollziehbaren Genuss aus der Heimat erleben“ ergänzt Agrar- Landesrat Max Hiegelsberger.

Handel wünscht Differenzierung

Was damals mit „Gustino“ begonnen hatte, fand unmittelbar nach dem EU-Beitritt mit Hilfe des AMA-Gütesiegels österreichweite Verbreitung. Durch die Internationalisierung des Fleischmarktes mit allen Vor- und Nachteilen, bekam in den letzten Jahren der Begriff „Regionalität“ zunehmend an Bedeutung. Dieser Entwicklung folgend hat der VLV zusätzlich zu bestehenden Programmen das Markenprogramm „Voralpenlandschwein“ kreiert und dem Handel angeboten.

AMA-Gütesiegel ist Pflicht

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Da das Voralpenlandschwein ein Regionalmodul des AMA-Gütesiegels ist, werden die Produktionsrichtlinien durch unabhängige Expert/innen der Agrarmarkt Austria und des oberösterreichischen Tiergesundheitsdienstes sowie durch VLV-eigene Kontrollstellen streng kontrolliert.

Im Einklang mit der Natur

Regionale Schweinehaltung bedeutet auch regionale Landschaftspflege. Durch die Arbeit der 130 oberösterreichischen „Voralpenlandschwein Bauern“ wird auch das einzigartige, oberösterreichische Landschaftsbild nachhaltig abgesichert. Denn die Buntheit der Landschaft ergibt sich durch die verschiedenen Feldfrüchte, die gleichzeitig als Futter für die Voralpenlandschweine dienen. „Hier schließt sich auch der Kreis mit der Gastronomie die, wie wir meinen, auch nur dann einen nachhaltigen Bestand haben kann, wenn Österreich auch morgen noch ein attraktives Urlaubsland ist“, so der Geschäftsführer des VLV, Dr. Johann Schlederer.

VLV und Metro: Neue Partner bei regionalen Markenfleischprogrammen

„Sehr erfreulich für uns, dass sich die Firma Metro entschieden hat, unser ‚Voralpenlandschwein‘ in das Sortiment der oberösterreichischen Standorte Wels und Linz aufzunehmen“, berichtet Schlederer und verweist auf die Partnerschaft, die regionalen Fleischkonsum aus und für Oberösterreich zum Ziel hat. Metro kann damit ihren Kund/innen ein Produkt offerieren, welches neben der garantierten regionalen Herkunft aus Oberösterreich eine Reihe von Vorteilen bietet. Die gezielte Auswahl des Zuchtprogrammes bei dem die heimischen Schweinerassen Landschwein und Edelschwein die Basis bilden, steht für beste Fleischbeschaffenheit. Weniger Bratverlust bedeutet mehr Geschmack, weil durch das richtige Verhältnis von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren im Speck und in der feinen Marmorierung des Fleisches mehr vom Geschmacksträger Fett im Fleisch verbleibt. Das erhöht die Saftigkeit und Zartheit sowie Bekömmlichkeit der Schweinefleischgerichte. Das Fleisch vom „Voralpenlandschwein“ ist in den Großmärkten Salzburg, Wels und Linz erhältlich.