Jenny Gruber: GENUSS.Grillerin DES JAHRES 2020.

Ein Artikel von Angelika Kraft | 02.07.2020 - 05:45
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© Thomas Friedl

Vom Mühlviertel zum Mostviertel und zu einer weiteren Seminarbäuerin. Jenny Gruber erwischen wir beim Ribisel Pflücken und Entsaften derselben mit der Nachricht, dass sie im Finale zur GENUSS.Grillerin des Jahres steht. Darüber freut sie sich riesig, immerhin hat sie sich voll und ganz dem Grillen verschrieben. Der Grillvirus hat sie im Jahr 2017 gepackt. „Damals habe ich einer Kollegin bei der Grillstaatsmeisterschaft in Horn geholfen. Bis heute bin ich nicht mehr vom Grillen losgekommen. Ich liebe es zu grillen und das Strahlen in den Augen meiner Gäste, wenn etwas so richtig gut schmeckt“, schwärmt sie.

2019 nahm sie dann selbst an den Grillstaatsmeisterschaften teil und erzielte gleich den ersten Platz. Neben einem Smoker gewann sie bei dem Wettbewerb die Erkenntnis „Das möchte ich machen“, kündigte ihren Job als Verkäuferin und gibt seitdem ihr Wissen in Grillkursen weiter. Da Jennys zweite Leidenschaft dem Brotbacken gilt – 2019 gewann sie das Vienna Brotbackfestival „Kruste und Krume“ – bäckt sie gerne Brot am Griller. „Wenn die Kohlen glühen und das Feuer knistert, ist die beste Zeit, um richtig gutes Brot zu backen. Nur aus Mehl, Wasser und Salz entstehen die besten Meisterwerke“, schmunzelt sie. Ihre Lieblingsfoccacia passt immer – als Vorspeise, Hauptspeise oder einfach für Zwischendurch, süß belegt oder pikant mit Sugo aus dem Dutch Oven „So kann ich auch gleich das sonnengereifte Gemüse aus meinem Garten verarbeiten – und das Ergebnis schmeckt sensationell“, schwärmt die zweifache Mutter. Dass alle Produkte, die bei Jenny auf dem Grill landen, hochwertig, regional und saisonal sind, versteht sich bei der Seminarbäuerin von selbst, die diplomierte Kräuterpädagogin baut aber auch immer wieder Wildkräuter, deren Früchte und Wurzeln in ihre Rezepte ein. „Wenn zum Beispiel ein Steak noch etwas nachziehen muss, wickle ich es vorher in ein Rhabarberblatt ein und gebe noch ein paar Wildkräuter dazu. Aber auch Hopfensprossen eignen sich ausgezeichnet zum Grillen, der Geschmack erinnert ein wenig an Spargel“, verrät sie.

Ob elektrisch, Gas oder Kohle – da möchte sich Jenny nicht für eines entscheiden. „Wenn ich es rauchig möchte, dann nehme ich den Kohlegrill. Dazu kommen noch meine selbstgemachten Holzstücke aus Kirschen- oder Birnenholz, die ich vorher in Wasser einlege, damit sie ordentlich Rauch entwickeln, ohne gleich zu verbrennen. Für den Elektrogrill entscheide ich mich, wenn ich zum Beispiel einen Brotbackkurs gebe und als Snack für Zwischendurch ein schönes Steak grillen möchte. Der Grill passt perfekt in meinen Kofferraum, hat einen Gusseisenrost, erreicht 400 Grad und kühlt auch schnell wieder aus“, umreißt Jenny die Vorteile des Elektrogills. Aber auch der Gasgriller kommt bei ihr oft zum Einsatz. „Das geht schnell, die Temperatur lässt sich perfekt regulieren und er eignet sich auch super zum Brotbacken.“

Jenny ist schon mit allen bekannten Grillgrößen wie Adi Matzek, Leo Gradl, Patrick Bayer, Adi Bittermann oder Josef Mosshammer hinter dem Grill gestanden. „Für mich ist es immer wieder eine Ehre, mit den Profis zu grillen. Jeder, der grillen liebt, hat etwas Magisches an sich. Da kann ich von jedem so viel Kraft und Motivation mitnehmen. Ich kann nur jedem empfehlen, einmal einen Grillkurs zu besuchen.“ Ein weiterer Tipp, den sie gerne weitergeben möchte, lautet: „Beim Grillen hat man es nicht nur im kleinen Finger, sondern auch in der Nasenspitze. Ich grille sehr viel nach Gefühl und wenn ich den Drucktest mache und es fühlt sich an, als ob man mit dem Finger auf die Nasenspitze drückt, dann ist das Steak perfekt – auch ohne Kerntemperaturmesser.“ Dass auch der Profi nicht vor Grillpannen gefeit ist, gibt Jenny gerne zu. Als sie ihr allererstes Brot im Dutch Oven backen wollte, ging der Teig so stark auf, dass sie Mühe hatte, den Deckel wieder zu öffnen. „Das Brot schmeckte aber trotzdem so köstlich, dass nichts davon übrig blieb“, lacht sie.

Jennys Grillrezept

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© Martin Proyer / Jenny Gruber

 

Hendl-Schicht-Cordon aus dem Dutch Oven

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