GENUSS.Design.Award 2019 - Platz 3

Ein Artikel von Klaus Postmann & Alexander Lupersböck | 22.05.2019 - 08:11
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Thomas Huber © Rudi Rumpler

Es ist nicht schwer zu erkennen, dass das Etikett dieses Wiener Gemischten Satz DAC ein altes Hausnummernschild darstellt. Wie es zu diesem Design kam, beschreibt Thomas Huber so: „Wir haben im Vorgarten des Weingutes Rebstöcke. Als einmal ich an denen gearbeitet habe, fiel mir dieses Schild plötzlich erstmals so richtig auf. Ich fand es sehr schick, und zu der Zeit haben wir gerade über einen Wein nachgedacht – natürlich musste es ein Wiener Gemischter Satz DAC sein – der seine Herkunft und unseren Betrieb am besten repräsentieren könnte. Sofort war mir klar: dieser Premiumwein, unser Aushängeschild, sollte unsere Hausnummer tragen.“ Dazu kommt, dass dieser Weingarten, der schon von Thomas‘ Urgroßvater und Großvater gepflanzt wurde, ein Unikum in der Sortenzusammensetzung ist. Er beinhaltet Grüner Veltliner und Welschriesling als Basis, aber auch Riesling, Traminer und Muskat Ottonel. Die ältesten Rebstöcke sind nun 62 Jahre alt, im Schnitt haben sie 50 Jahre in den Wurzeln. Einige Reben wurden zwar im Laufe der Zeit ersetzt, aber in den letzten zehn Jahren mussten keine neuen gesetzt werden.

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Wiener Gemischter Satz DAC Ried Neuberg Neustift am Walde 68 © Fuhrgassl-Huber

Die unbändige Leidenschaft für den Weinbau hat Thomas Huber von seinem Großvater Ernst geerbt. Dieser hat auch das Konzept des Wiener Heurigen neu interpretiert und berät seinen Enkel noch heute, denn wie Thomas sagt: „Niemand kennt jeden einzelnen Weinstock so genau wie er, sein Erfahrungsschatz ist unbezahlbar. Und wie gut und sorgfältig er gearbeitet hat merkt man daran, dass viele der schon von ihm betreuten Weingärten heute noch Top-Qualitäten erbringen.“ Thomas kümmert sich heute ausschließlich um das Weingut und hat so die Möglichkeit, nicht nur an jedem Detail zu feilen und zu tüfteln, sondern auch die Weine entsprechend zu präsentieren. Die Weine sollen ja nicht nur den Kunden schmecken, sondern auch ihre Herkunft transportieren.

Ein weiteres Steckenpferd des jungen Winzers ist die Beschäftigung mit Tradition im allgemeinem und Alt-Wienerischem im Speziellen. Das hat auch mit der lange zurück verfolgbaren Familiengeschichte der Hubers zu tun, die bis 1700 zurückreicht, und in der Wein immer eine gewisse Rolle gespielt hat. Thomas Huber sagt: „Ich sehe Tradition als etwas wertvolles, denn je traditioneller und außergewöhnlicher, desto weniger ist man austauschbar. Ich finde, dass viele der alteingesessenen Familienbetriebe in Wien zu wenig stolz darauf sind. Wenn man so eine Geschichte hat, muss man keine neue erfinden, denn wie sich immer wieder zeigt, wird das Alte bald das Neue und Gesuchte sein.“ Und das beste Beispiel dafür ist der Siegerwein: ein Wiener Gemischter Satz.

Weingut Fuhrgassl-Huber
1190 Wien, Neustift am Walde 68
www.fuhrgassl-huber.at