So hat sich das Verhalten beim Einkaufen in der Krise verändert

Ein Artikel von Wolfgang Zechner/Redaktion | 29.04.2020 - 14:00
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Die AMA wollte ergründen, ob Corona das Einkaufsverhalten und die Einkaufskriterien verändert hat und gab zu diesem Zweck eine repräsentative Studie unter 500 Teilnehmern in Auftrag. Die Ergebnisse liefern einen sehr guten Einblick in die sogenannte „neue Normalität der Konsumentinnen und Konsumenten. 58 Prozent der Befragten gaben demnach  an, seltener einkaufen zu gehen als vor Corona-Zeiten, knapp fünf Prozent der Studienteilnehmer gehen gar nicht mehr.

Bei drei von zehn Kundinnen und Kunden hat die derzeitige Corona-Situation keine Auswirkung auf die Einkaufsfrequenz. Lieferdienste, vor allem jene von bäuerlichen Direktvermarktern und Gastronomen, konnten in den Anfangswochen der Corona-Krise besonders punkten. Jeder zweite Befragte achtet nun verstärkt auf Hygiene, 30 Prozent auf eine längere Haltbarkeit der Produkte. „Die regionale bzw. österreichische Herkunft der Lebensmittel ist gegenüber früheren Umfragen weiter nach vorne gerückt. Auch die Kriterien Qualität und Saisonalität stehen vor dem Preis – anders als in älteren Erhebungen“, erklärt Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing.

Konserven sind der Renner

Verrückte Welt: Nachdem Jahrelang Convenience- und Bioprodukte der Verkaufsschlager waren, stehen in Zeiten der Pandemie Teigwaren und Konserven ganz oben auf der Einkaufsliste. jetzt Lange haltbare Lebensmittel führen das Ranking der derzeitigen Top-Produkte an. Nudeln, Konserven, Tiefkühlgemüse, Mehl und Reis sowie Haltbarmilch wurden in den letzten Wochen vermehrt gekauft und eingelagert. Obst sorgt für frische Abwechslung in diesem Speiseplan.

Bauern für Bevölkerung besonders wichtig

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Die Österreicher haben viel Vertrauen in die Versorgung. 96,6 Prozent der Befragten sind mit der Lebensmittelversorgung in Österreich sehr zufrieden oder zumindest zufrieden. Fast jeder Befragte denkt, dass sich Österreich bis zum Ende der Krise ausreichend mit Lebensmitteln versorgen kann. Die Verantwortung dafür wird allen Akteuren der Produktionskette zu ähnlichen Teilen zugerechnet, also den Bauern, den Gewerbetreibenden, dem Lebensmittelhandel und den Verarbeitern. Interessant: Bauern werden von den Befragten für Versorgungen am wichtigsten wahrgenommen – mehr noch als Lebensmittelhändler. Dazu Blass: „Den hohen heimischen Selbstversorgungsgrad haben wir unseren Produzenten zu verdanken. Selbst wenn es im Laufe der Wochen Verzögerungen in internationalen Logistikketten geben sollte, so ist unser täglicher Bedarf mehr als gedeckt. Das gilt auch langfristig, denn es geht nicht um Lager, die auch einmal kurzfristig leergeräumt sein können, sondern um Lebensmittel, die kontinuierlich in Österreich produziert werden. Die Kühe werden weiterhin Milch geben, die Hühner ihre Eier legen, Tiere laufend zum Schlachthof gebracht und die Glashäuser stehen vor der Ernte. Es gibt also täglich Nachschub.“

Regionale Produkte auch nach der Krise

Untersucht wurde auch, ob die Corona-Krise Auswirkungen auf die Zeit danach haben wird. Jeder zweite Befragte meint, künftig stärker auf Hygiene zu achten. Zwischen 30 und 40 Prozent möchten auch nach der Krise mehr heimische Produkte oder Lebensmittel direkt beim Bauern kaufen. Rund zwanzig Prozent nehmen sich vor, weniger Produkte über einen ausländischen Versandhandel zu bestellen oder weniger zu verreisen. Nur ein Viertel der Befragten will zum gewohnten Verhalten zurück und nach Ende der Corona-Maßnahmen so weiterleben wie davor.