Eisige Tipps & Tricks

Ein Artikel von Barbara Kunze | 03.07.2019 - 18:00
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Die Qual der Wahl fängt schon beim Einkauf an. Die Klassiker Vanille, Schokolade und Erdbeere haben nämlich Geschwister bekommen. Buttermilch- Pfirsich, Mirabelle-Mascarpone, Amaretto-Mandarine und Schwarzwälder Kirsch bieten für jede Lust, Laune und Jahreszeit die richtige Verführung. Hat man sich dann für eine oder mehrere Sorten entschieden, sollte man möglichst tief, jedenfalls aber unterhalb der so genannten Stapelmarkierung in die Tiefkühltruhe greifen. Nur bis zu diesem Bereich ist eine optimale Kühlung garantiert.
Danach gilt es, die gefrorenen Stimmungsaufheller so rasch wie möglich zur Kasse und dann nach Hause zu bringen. Wer keine Kühltasche dabei hat, kann sich mit gewöhnlichem Zeitungspapier helfen. Fest darin eingewickelt wird die Kälte isoliert und das Eis übersteht den Heimweg unbeschadet.
Zuhause sollte für die Lagerung nicht der verfügbare Platz im Tiefkühlgerät oder im Gefrierfach des Kühlschrankes ausschlaggebend sein, sondern wie lange das Eis haltbar sein soll. Vertilgt man wöchentlich ein bis zwei Liter und hat einen entsprechenden Warenumschlag, reicht das Eisfach des Kühlschrankes. Bei längerer Lagerung empfiehlt sich auf jeden Fall die Tiefkühltruhe. Nur Tem- D peraturen jenseits der Minus-18-Grad-Marke konservieren die Eiscreme über mehrere Monate hinweg. Auf keinen Fall sollte Eis neben geruchsintensiven oder noch zimmerwarmen Lebensmitteln gelagert werden.

SAUBERMÄNNER AUFGEPASST
Da Eis verderbliche Zutaten enthält, ist nicht nur die richtige Lagerung von enormer Wichtigkeit, schon bei der Herstellung sind strenge Hygienerichtlinien zu beachten. Die Zutaten für Speiseeis, wie beispielsweise Beeren und Früchte, werden zumeist roh verarbeitet, daher muss die Anzahl an Bakterien möglichst gering gehalten werden.
Durch das ständige Rühren während des Gefrierprozesses wird die Oberfläche der Eismasse vergrößert, was ein Bakterienwachstum fördern kann. Bakterien vermehren sich zwar im gefrorenen Zustand nicht weiter, sterben aber auch nicht ab. Bereits geschmolzenes Eis sollte daher auf keinen Fall abermals eingefroren werden, die Bakterienanzahl ist unter Umständen bereits zu groß. Um auf Nummer sicher zu gehen, schadet es nicht, hin und wieder die Eisbeschaffenheit zu überprüfen.
Bei korrekter Lagerung lässt sich Wassereis nicht verformen, Cremeeis allerdings leicht eindrücken. Für die private Eiserzeugung gelten zwar keine gesetzlichen Vorschriften, dennoch schadet es nicht, sich an die Hygienebedingungen der Eisindustrie anzulehnen. Hier müssen sämtliche Milch- und Eiprodukte vor der Verarbeitung pasteurisiert oder sterilisiert werden. Dadurch können heutzutage viele hygienische Probleme aus der Vergangenheit umgangen werden, Verunreinigungen bei industriell hergestelltem Eis passieren meist erst beim Portionieren.

ICH WILL MEIN EIS … SOFORT!
Wer kennt das Problem nicht? Die Lust auf Eis ist groß, die Tiefkühltruhe auch entsprechend bestückt, doch leider ist das Eis noch zu kalt, um es leicht und halbwegs ansehnlich portionieren zu können. Die optimale Portioniertemperatur von Eiscreme beträgt zwischen minus 12 und minus 14 Grad Celsius. Von Trick 17 mancher Hausfrauen, dem kurzen Anwärmen der Eisbox in der Mikrowelle, ist übrigens abzuraten.
Hier können die Randgebiete teilweise auftauen und sich Bakterien vermehren. Am besten das Eis etwa zehn Minuten vor Verzehr aus dem Gefrierschrank nehmen, so entfalten sich auch die Aromen besser. Schonender, allerdings noch zeitintensiver ist der dreistündige Aufenthalt im Gefrierfach des Kühlschrankes. Wer es gar nicht erwarten kann, nimmt einen professionellen Eisportionierer zu Hilfe. Die spezielle Form eines so genannten Rolldippers kreiert auch aus sehr kaltem Eis Eislocken, die sich zu einer Kugel aufrollen. Glycerin im Griffinneren leitet die Handwärme in den Kopf des Dippers, welcher dadurch mühelos durch das Eis gleitet. Der Zangenportionierer ist besonders für gleichmäßige Portionsgrößen von Vorteil. Besonders schöne Kugeln erhält man übrigens, wenn man mit wenig Druck in Längsbahnen über die Oberfläche zieht.
Für alle Portioniergeräte gilt: Bei Sortenwechsel oder nach auch nur kurzer Unterbrechung sollte der Portionierer unter kaltem fließenden Wasser abgespült werden. Ein Glas Wasser reicht ebenso aus, wenn zwecks Desinfektion ein Spritzer Zitronensaft zugegeben wurde. Bakterien und Keime haben so keine Chance. Um Kristallbildung im Eis zu vermeiden, wird der Portionierer vor Gebrauch auf einem Papierhandtuch abgeklopft.
Ist die Eiswanne (sofern noch Reste darin verblieben sind) wieder sicher in der Kühltruhe verwahrt, steht dem Eisgenuss nichts mehr im Weg.