Süßes, sonst gibt's Saures!

Ein Artikel von Angelika Kraft | 30.10.2018 - 08:00
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Aufgepasst Ihr Hexen, legt Euch schon einmal den giftgrünen Lidschatten zurecht. Ihr Geister, besorgt Euch ausreichend weißen Puder für die ohnehin schon blasse Haut. Und die Vampire unter Euch können schon einmal die Zähne spitzen. Denn in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November ist Halloween. Ein schaurig-schönes Fest, das hingegen dem Gerücht, es sei ein rein amerikanischer Brauch, tatsächlich ganz wo anders herrührt.

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Happy Halloween
Die Bezeichnung "Halloween" ist die Ableitung von "All Hallows Eve", dem Abend vor Allerheiligen. Wer nun einen katholischen Hintergrund vermutet, liegt aber falsch. Das ursprüngliche Fest, auf den der Halloween-Brauch zurückgeht, ist das Samhain-Fest, das am 31. Oktober, dem keltischen Neujahrstag, gefeiert wurde. Die Kelten glaubten, dass nur an diesem Tag die Trennwand zwischen der Welt der Lebenden und jener der Toten besonders dünn sei. Diesen Tag sollen angeblich die Toten nützen, um von der Seele eines Lebenden Besitz zu ergreifen. Um von den Verstorbenen nicht erkannt zu werden, verkleideten sich die Menschen mit den schrecklichsten Masken. Die Römer übernahmen diesen Brauch von den Kelten und über irische Einwanderer gelangte er schließlich um 1840 nach Amerika, wo er seither mit sehr viel Aufwand gefeiert wird.

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Trick or treat
Einer der bekanntesten Halloween-Bräuche heißt "Trick or Treat" (englisch für "Süßes oder Streich"). Kinder laufen in allerlei gruseligen Verkleidungen von Tür zu Tür und erbetteln sich in der Nachbarschaft Süßigkeiten. Wer keine Spende für die Kinder parat hat, wird mit Streichen bestraft. Auch dieser Brauch geht auf das bereits erwähnte Samhain-Fest zurück. Um die Toten davon abzuhalten Schaden anzurichten, versuchten die Lebenden, sie durch allerlei süße Gaben geneigt zu machen. Das machten sich arme, hungrige Mitbürger zunutze und verkleideten sich als tote Seelen, um die bereitgestellten Gaben für sich selbst zu beanspruchen.

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Kürbiskopf & Gruselstund
Keine Halloween-Geschichte ohne die zu diesem Fest allgegenwärtigen Kürbisse. Denn am legendären Jack O´Latern - zu deutsch "Jack mit der Laterne" - kommt man zu Halloween nicht vorbei. Laut einer irischen Legende wurde Jack vom Teufel heimgesucht, der ihn mit in die Hölle nehmen wollte. Mit einer List brachte Jack den Teufel dazu, auf einen Baum zu steigen. Schnell ritzte Jack ein Kreuz in die Baumrinde, was es dem Teufel unmöglich machte, wieder vom Baum zu steigen. Jack machte dem Teufel ein Angebot: Er würde ihn vom Baum lassen, wenn er ihn dafür nicht mit in die Hölle nehmen würde. Missmutig willigte Satan ein. Was blieb ihm schon anderes übrig? Viele Jahre später verstarb Jack jedoch tatsächlich und als er an der Himmelstüre um Einlass bat, wurde ihm dieser Wunsch verwehrt, da er sich ja auf einen Deal mit dem Teufel eingelassen hatte. Auch in die Hölle wurde Jack nicht gelassen, weil der Teufel immer noch sauer auf ihn war. Doch immerhin gab er Jack eine ausgehöhlte Rübe mit glühenden Kohlen mit auf den Weg, damit er sich in der Dunkelheit zurecht finden könnte. Seitdem irrt Jack ruhelos mit seiner Laterne herum. Soweit die irische Legende. Was hat nun aber die Rübe mit dem Kürbis zu tun? Nun ja, die Erklärung ist so einfach wie praktisch. In Amerika gibt es keine Rüben, dafür aber jede Menge Kürbisse und so wurde die Legende ganz einfach an die vorhandenen Ressourcen angepasst. Heute ist es Brauch, zu Halloween selbst Laternen herzustellen. Dazu werden Kürbisse ausgehöhlt, schaurige Grimassen hineingeschnitzt und mit einer Kerze von innen beleuchtet.

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Let's have a Grusel-Party
Feste soll man feiern, wie sie fallen. Das sehen wir auch so und nützen daher Halloween als Möglichkeit, eine schaurig-schöne Party zu organisieren. Egal, ob Kinderfest oder Party für Erwachsene - wir verraten Ihnen einige gruselige Attraktionen, die Ihre Gäste so schnell bestimmt nicht vergessen werden.
Einladung. Verschicken Sie gebastelte Einladungskarten, zum Beispiel aus schwarzem Tonpapier, beschriftet mit einem Silberstift. Geben Sie Ihrem "Home Haunt", also Ihrem Spukschloss, einen Namen. Laden Sie etwa zur Halloween-Feier in die Geistervilla oder zur Spuk-Party ins Gruselschloss. Bitten Sie Ihre Gäste, verkleidet zu kommen.

Dekoration. Dazu werfen wir ein Auge nach Amerika, welche die Gestaltung ihrer "Home Haunts" bis zur Perfektion getrieben haben. Selbstverständlich sollte es in den Räumen möglichst dunkel sein. Vorhänge zuziehen, Licht herunter dimmen und eine schwarze Plastikfolie oder Stoffe an den Wänden in Kombination mit flackerndem Kerzenlicht, Grablichtern, Lampions und roten Glühbirnen schaffen wahre Gruselstimmung. Außerdem dürfen natürlich künstliche Spinnweben, Totenköpfe, geschnitzte Kürbisse, Gummiinsekten und -geister nicht fehlen. Wer etwas tiefer in die Tasche greifen möchte, schafft sich eine Mini-Nebelmaschine und Schwarzlichtlampen an.

Kostüme. Als Gastgeber sollten Sie sich selbstverständlich auch gruselig zurecht machen, beachten Sie aber, dass Halloween nicht mit Fasching gleichzusetzen ist und somit nicht jede Art von Verkleidung in Frage kommt. Feen, Cowboys und Kätzchen haben zu Halloween nichts verloren. Typische Gruselkostüme sind Hexen, Geister, Vampire oder Mumien.

Begrüßung. Sind alle Gäste eingetroffen, prosten Sie sich mit einem Halloween-Cocktail zu, während Sie eine kurze Gruselgeschichte, in welcher Ihr Haus natürlich eine entscheidende Rolle trägt, erzählen. Ideen für gruselige Cocktailrezepte finden Sie weiter unten.

Essen. Selbstverständlich können Sie Ihren Gästen gewöhnliche Fingerfoods und Partyhäppchen anbieten, aber wenn sich schon Geister, Hexen und sonstige Gruselgestalten zu Halloween ein Stelldichein geben, sollten Sie auch die passenden gruseligen Speisen anbieten. Und wir wären nicht vom GENUSS.MAGAZIN, hätten wir uns nicht ein besonderes Halloween-Buffet überlegt (siehe unten).

Musik. Stimmungsvolle Musik ist für jede gute Party wichtig - eine Halloween-Party ohne Musik wäre jedoch von vorne hinein ein Reinfall. Es sind spezielle Halloween-CDs im Handel erhältlich, erlaubt ist aber natürlich alles, was mit Horror zu tun hat. Klassiker wären etwa die Musik vom Musical "Rocky Horror Picture Show", die Filmmusik der "Adams Family" oder "Dracula". Auch Gothic-Musik wie die von Enigma sorgt für die richtige Atmosphäre.