Wundermittel?

Ein Artikel von Angelika Kraft | 26.09.2018 - 17:00
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© Matthias Fenzl

Studien behaupten, dass Kaffeetrinker ein geringeres Risiko haben, an Alzheimer und Demenz zu erkranken als Nichtkaffeetrinker. Kann man generell sagen, dass Kaffee gesund ist?
Die Diskussion, ob Kaffee das Alzheimerrisiko verringert, gab es schon vor einigen Jahren, als eine finnische Langzeitstudie zeigte, dass das Risiko für Demenz durch Alzheimer bei regelmäßigen Kaffeetrinkern verringert war. Es gibt zwar weitere Studien dazu, die ebenso darauf hindeuten, dass Kaffee einen positiven Einfluss haben könnte, aber insgesamt ist die Datenlage noch nicht umfassend genug, um eine fundierte Aussage treffen zu können. Es müssen weitere Studien gemacht werden. Abgesehen von Alzheimer ist es aber tatsächlich so, dass Kaffee gesünder ist als oft behauptet.

Aber man sagt doch, Kaffee entziehe dem Körper Wasser. Stimmt das?
Nein. In normalen Mengen konsumiert, kann Kaffee als positiver Beitrag zur Flüssigkeitsaufnahme betrachtet werden. Dazu kommt, dass zum Kaffee sehr oft ein Glas Wasser getrunken wird, was die Wasserzufuhr weiter steigert.

Wie sieht es denn mit dem Koffein im Kaffee aus? Hält Koffein tatsächlich länger wach? Macht es süchtig?
Kaffee und sein Inhaltsstoff Koffein sind kein Suchtmittel. Dass Kaffee aufgrund des enthaltenen Koffeins ein Muntermacher ist, ist bekannt und richtig. Koffein steigert die Wachheit, die Konzentrationsfähigkeit und die Aufmerksamkeit, wobei die anregende Wirkung bereits nach etwa 15 Minuten einsetzt. Bei Tee dauert das deutlich länger, da das Koffein im Tee an Gerbsäuren gebunden ist und erst freigesetzt werden muss.

Wer Probleme mit dem Magen hat, darf keinen Kaffee trinken. Stimmt das?
Refluxpatienten, also Personen, die regelmäßig Sodbrennen aufgrund von Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre haben, wird oft routinehalber geraten, ihren Kaffeekonsum einzuschränken oder völlig darauf zu verzichten. Sattelfest ist die Beweislage aber nicht, Studien zeigen widersprüchliche Ergebnisse, zumal es viele Einflussfaktoren auf Reflux gibt. Dazu gehört auch Stress. Wer unter Reflux leidet, muss also nicht notwendigerweise auf Kaffee verzichten, da Reaktionen individuell sind. Viele Betroffene reagieren auf entkoffeinierten Kaffee aber schwächer.

Von der Gesundheit zur Schönheit: Man liest in letzter Zeit immer öfter von einer Kaffee-Diät, bei der man mit Rohkaffee angeblich abnehmen kann. Ist da was dran?
Jede Diät, die sich auf ein einziges Lebensmittel bezieht, ist absurd – egal, ob es sich dabei um Kohl oder Kaffee handelt. Zu Rohkaffee und Gewichtsreduktion wurden Studien veröffentlicht, aber mangels Qualität wieder zurückgezogen.