Wasser des Lebens

Ein Artikel von Angelika Kraft | 14.03.2019 - 08:57
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Einen Whisky bitte, einen doppelten“ – wie oft schon haben wir einen Spielfilmhelden oder eine -heldin diese Bestellung an den Barkeeper abgeben hören? Aber was schenkt der Mann hinter der Theke in das Glas ein und platziert es auf der kleinen Serviette vor dem Gast? Einen schottischen Whisky oder einen irischen Whiskey? Oder gar einen Bourbon? Es gibt so viele Varianten dieses hochprozentigen Seelentrösters. Und wenn Sie kein eingefleischter Whisky-Kenner sind, werden Sie auf den folgenden Seiten sicher Neues erfahren.

Zu Anfang ein wenig Theorie
Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, warum Whisk(e)y manchmal mit e und manchmal ohne e geschrieben wird? Es handelt sich nämlich keineswegs um einen Druckfehler. Nein, tatsächlich lässt sich daran erkennen, ob Sie einen irischen/amerikanischen oder einen schottischen Whisk(e)y im Glas haben.
Irische und amerikanische Whiskeys werden immer mit e geschrieben, schottischer Whisky immer ohne e. Das ist einfach so. Vielleicht liegt es ja daran, dass die als eher knausrig bekannten Schotten die Druckfarbe für den zusätzlichen Buchstaben sparen wollten?
Whisky oder Whiskey sind Begriffe, deren Ursprünge noch in der alten keltischen Sprache liegen. „Uisge beatha“, so lautet der gälische Begriff, steht für das lateinische „aqua vitae“, das „Wasser des Lebens“. Der gälische Ausdruck wurde mit der Zeit zu „usky“ und dann zu Whisk(e)y.
Der Ursprung der aus Getreide destillierten und im Eichenholzfass gelagerten Spirituose liegt in Irland beziehungsweise Schottland. Seit dem 18. Jahrhundert wird auch in den USA von irischen und schottischen Emigranten Whiskey erzeugt. Dieser wird bis heute, anders als schottischer Whisky, auch aus Mais und Roggen destilliert. Der in unseren Breiten bekannteste Vertreter ist sicher der Bourbon. Aber schauen wir uns die beiden Ursprungsländer doch einmal genauer an:

Irland, die grüne Insel
Irland ist bekannt als die grüne Insel mit steilen Klippen und romantischen Landschaften. Aber was wäre Irland ohne seine Whiskeys? Irischer Whiskey behauptet von sich, er sei der älteste der Welt.
Sicher ist, dass die Anfänge auf das späte 12. Jahrhundert zurückgehen. Er unterscheidet sich vom schottischen Whisky im Wesentlichen durch das verwendete Getreide und die Art des Darrens. Beim irischen Whiskey verwendet man außer Gerste auch Roggen, Weizen, Hafer und Mais. Er wird im Pot-Still-Verfahren (Brennblase) durch dreimalige Destillation hergestellt. Gereift wird der Whiskey für drei bis zwölf Jahre in gebrauchten Sherry-, Port-, Rum- oder Bourbon-Fässern. Dann werden die Destillate miteinander zu so genannten Blends verschnitten, es gibt aber auch immer mehr Single Malts (diese stammen aus nur einer Destillerie).
Da das Malz beim irischen Whiskey nicht mit Rauch in Kontakt kommt, ist er milder (fast süß) als die meisten schottischen Whiskys.

Die Vielfalt Schottlands
Schottischer Whisky – auch Scotch genannt – wird in unterschiedlichen Regionen Schottlands produziert.
So unterschiedlich wie die Herkunftsgebiete ist auch der Geschmack der Whiskys. Whisky zeigt nicht wie Cognac oder Armagnac Auswirkungen auf das Terroir – so sind etwa Lowland- Whiskys nicht deswegen sanft, weil die Landschaft ruhig und sanft ist –, vielmehr haben die unterschiedlichen Whisky- Charaktere außer mit geografischen auch mit wirtschaftlichen, kulturellen und historischen Faktoren zu tun.