GENUSS.Weintrophy: Kiss from a Rosé

Ein Artikel von Siegrid Mayer | 12.08.2020 - 16:45

Die Geschichte des Rosé ist keine kurze, schon seit Jahren findet dieser Wein nicht nur in der Champagnerherstellung Beachtung. Sogar Napoleon soll sich im Jahr 1805 nach einer Niederlage bei Loiben mit einem komplexen, vielschichtigen Rosé getröstet haben. In Österreich hat sich der Stellenwert des Rosé mit den Jahren geändert. Vom mitlaufenden Nebenprodukt hat er sich nun als eigenständiger Weintypus etabliert. Rosé wird sehr bewusst und auf verschiedene Arten vinifiziert, auf der einen Seite leicht, frisch und spritzig und andererseits kraftvoll, dicht, mit Holzeinsatz und die Rotweinrebsorte zitierend.
Denn Rosé kann, überspitzt ausgedrückt, was Weißwein nicht kann und was Rotwein nicht darf, denn er vereint Gerbstoffe und Säure auf eine eigene Art und kann sowohl Weißweintrinker als auch Rotweingenießer überzeugen.

Leichter, moderner, eleganter

Trophysieger Christoph Lackner sagt über Rosé allgemein: „Der Trend geht nach meiner Sicht zu leichten bis mittelschweren, fruchtigen Rosés und daraus gewonnenen Schaumweinen. Diese genieße ich selbst gerne gut gekühlt als Aperitif, den Schilcher zu weststeirischen Schmankerln. Mit Einführung der Weststeiermark DAC ist das Qualitätsbewusstsein bei unseren Winzern weiter gestiegen. Die Herkunft rückt noch bewusster in den Vordergrund. Der Schilcher entwickelte sich von naturbelassen, rassig zu salonfähig und facettenreich. Unsere neu interpretierten Schilcher gibt es vom klassisch-würzigen Typ bis hin zum eleganten ,Everybody's Darling Wine‘ sowie auch vom Terroir geprägt und gehaltvoll.“
Norbert Bauer meint: „Rosé gewinnt auch jetzt in Österreich mehr an Stellenwert, jedoch ist er noch nicht so verankert wie in Deutschland. Wir freuen uns, dass wir nun ein Sommergetränk haben, da ja unser Herz intensiver für den Rotwein schlägt, denn schließlich lebt und arbeitet man für die Rotweininsel Haugsdorf.“  
Elena Walch aus Südtirol erklärt den ungewöhnlichen Namen ihrer neuen Kreation Rosé 20/26: „Bei 20 Grad Babo gelesen und bei 26 Grad vergoren, zeugt der Name von Liebe zum Detail und präziser Weinbereitung. Die Cuvée, verarbeitet nach der Saignée-Methode, basiert auf weniger Lagrein und mehr Pinot Nero und Merlot, um dem Rosé einen moderneren und eleganteren Schliff zu geben. Roséweine sind in Südtirol sehr beliebt.“
Auch ohne Blick durch eine rosarote Brille bin ich sicher: Da kommt noch einiges im Bereich des Rosé auf uns zu! Wir bleiben dran und erfreuen uns am Kuss durch den Rosé.

GENUSS.Weintrophy Rosé: Die Besten der Besten

GENUSS.Weintrophy-Sieger: Weingut Und Buschenschank Lackner, Krottendorf, Weststeiermark
91 P. 2019 Weststeiermark DAC Schilcher Ried Gasselberg (€ 8,–)

Weingut Norbert Bauer,Jetzelsdorf, Weinviertel
90 P. 2019 Rosé Zweigelt Bergsatz (€ 7,90)

Weingut Elena Walch, Tramin an der Weinstraße, Südtirol
90 P. 2019 Elena Walch Rosé „20/26“ (€ 13,25)

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Die GENUSS.Kostjury

Verkostungsleiterin: Diplomsommelière Siegrid Mayer
VerkosterInnen: Birgit Kowarik, Weinakademikerin, Alexander Lupersböck, GENUSS.Chefredakteur-Stv., Weinakademiker; Pepe Perez-Ubeda, Weinakademiker

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