Generisches Weinbaugebiet Burgenland

Ein Artikel von Gabriele Burian | 19.08.2020 - 17:00
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Weinbaukarte Burgenland
© ÖWM/WIKIMEDIA COMMONS 

Die Weinbaufläche im Burgenland beträgt knapp 30 Prozent der gesamten österreichischen Weinbaufläche beziehungsweise etwa 50 Prozent der niederösterreichischen Rebfläche. DAC-Status haben alle sechs spezifischen Weinbaugebiete (Neusiedlersee, Lei­thaberg, Ruster Ausbruch, Rosalia, Mittelburgenland, Eisenberg), wobei sich die Verordnung zu Ruster Ausbruch DAC – das jüngste Mitglied im Reigen der DAC-Gebiete – und Anpassungen zu Leithaberg DAC beziehungsweise Neusiedlersee DAC bei Redaktionsschluss in der letzten Phase des gesetzlichen Umsetzungsverfahrens befanden. Liest man die Bezeichnungen „DAC“ oder „Districtus Austriae Controllatus“ nach einem der genannten Gebiete auf dem Etikett, enthält die Flasche einen gebietstypischen Wein, bei dem Rebsortenanteile, Geschmacksprofil und Stil klar definiert sind. Qualitätsweine abseits dieser Regelungen werden unter der Herkunft „Burgenland“ vermarktet, wie beispielsweise Rosés oder Rotwein-Cuvées aus dem Mittelburgenland oder Weine aus Aromasorten vom Leithaberg.

„Sonnenland“ wird das Burgenland auch genannt, durchaus berechtigt: 2019 wurden in Eisenstadt 2.240 Sonnenstunden gezählt, somit war Eisenstadt Österreichs Landeshauptstadt mit den meisten Sonnenstunden. Kontinental-heißes, pannonisches Klima prägt das Burgenland, hier wachsen vielschichtige Weißweine und körperreiche, wohlstrukturierte Rotweine heran. Für die Entstehung von Süßweinen ist die hohe Luftfeuchtigkeit des Neusiedler Sees verantwortlich, die die Entstehung von Edelfäule (Botrytis cinerea) begünstigt. Die Prädikatsweine vom Seewinkel am Ostufer des Sees haben Weltruhm erlangt. Am Westufer keltern die Ruster Winzer seit dem Mittelalter den kostbaren „Ruster Ausbruch“, 1681 erkauften sich die Ruster Bürger mit Ausbruchwein sogar den Titel „Königliche Freistadt“. Eine spannende Bandbreite der Böden verleiht den Weinen gebietstypische Eigenheit: Leithakalk und Glimmerschiefer am Leithaberg, schwere Tonböden im Mittelburgenland, Schieferböden am Eisenberg.

Das Burgenland ist übrigens das einzige generische Weinbaugebiet, in dem Rotwein dominiert. 2017 war in fast allen spezifischen Weinbaugebieten Burgenlands Rotwein tonangebend, im Mittelburgenland wuchs sogar zu 92 Prozent Rotwein. Lediglich in zwei Weinbaugebieten herrscht der Anbau von Weißwein vor: Leithaberg (55 Prozent) und Neusiedlersee (52 Prozent).  

GENUSS.Info

Weinbaufläche Burgenland: 13.100 Hektar
Rotwein                    55,6 %
Weißwein                 44,4 %

Flächenanteile der wichtigsten Sorten:
Blaufränkisch          21,7 %
Zweigelt                    19,2 %
Grüner Veltliner     10,4 %
Welschriesling           9,6 %
Chardonnay               5,0 %
Weißburgunder        3,9 %
Merlot                           3,3 %