Generisches Weinbaugebiet Steiermark

Ein Artikel von Gabriele Burian | 26.08.2020 - 11:30
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Weinbaukarte Steiermark © ÖWM/WIKIMEDIA COMMONS 

Der Süden der grünen Steiermark wird durch mediterranes Klima beeinflusst. Hier liegen die drei spezifischen Weinbaugebiete, die alle seit dem Jahrgang 2018 DAC-Status haben. Unter dem Dach der Herkunftspyramide (Gebietsweine, Ortsweine, Riedenweine) haben insgesamt neun Rebsorten ihr Zuhause gefunden. Somit bleibt die traditionelle Rebsortenvielfalt erhalten, mit Fokus auf die lokal vorherrschenden Leitsorten (siehe GENUSS.Weinguide 2020/21, S. 8). Abseits davon werden Qualitätsweine aus anderen Rebsorten unter der Herkunftsbezeichnung „Steiermark“ vermarktet.

Die kleine Weststeiermark (546 Hektar) ist zu 67 Prozent mit Blauem Wildbacher bepflanzt, aus dem der bekannte Rosé Schilcher entsteht, der aufgrund des kontinuierlichen Qualitätsstrebens der Winzer mit seiner Beerenaromatik und knackigen Frische in den letzten Jahren eine schillernde Erfolgsgeschichte erlebt.

Knapp dreimal so groß ist das Vulkanland Steiermark im Osten. Neben den flächenmäßig führenden Sorten Welschriesling, Weißburgunder, Zweigelt, Sauvignon Blanc, Chardonnay und Muskateller wachsen rund um Klöch Traminerweine, die zu den ausdrucksvollsten ihrer Art in Europa zählen. Auf den nährstoffreichen vulkanischen Böden entwickeln die Reben hier besonders reintöniges Edelrosenbukett, das sich intensiv auch am Gaumen der vollmundigen Weine zeigt.

Das größte und bekannteste Weinbaugebiet Südsteiermark (2.563 Hektar) steht für duftige, frische Weine und für Topqualität: Beim internationalen Wettbewerb „Concours Mondial du Sauvignon“ rangieren die nuancenreichen südsteirischen Sauvignons regelmäßig an der Spitze der über 1.000 eingereichten Weine. 2018 ging sogar der Weltmeistertitel an die Südsteiermark. In den Ortsgebieten von Eichberg, Leutschach, Gamlitz und Ehrenhausen entstehen jedoch auch aus Muskateller und Morillon (Chardonnay) präzise und noble Weine. Die Arbeit in den steilen Weinbergen kann sehr beschwerlich sein. Die höchsten (bis zu 650 Meter Seehöhe) finden sich im Sausal. Hier werden die Extremsteillagen mit mehr als 100 Prozent Hangneigung in aufwendiger Handarbeit mit Seilwinden oder auf Terrassen bewirtschaftet. Die kargen Böden bestehen zu 85 Prozent aus Schiefer und zu 15 Prozent aus Muschelkalk. Das prägt die Weine und verleiht ihnen salzig-mineralische Typizität. Der hier beheimatete Riesling erhält dadurch einen sehr individuellen Charakter.

GENUSS.Info

Weinbaufläche Steiermark: 4.633 Hektar
Weißwein                 77,6 %
Rotwein                    22,4 %

Flächenanteile der wichtigsten Sorten:
Welschriesling           16,2 %
Sauvignon Blanc      14,7 %
Weißburgunder         12,4 %
Blauer Wildbacher      9,9 %
Zweigelt                          7,6 %
Muskateller                    7,1 %
Chardonnay                   7,1 %