Generisches Weinbaugebiet Wien

Ein Artikel von Gabriele Burian | 12.08.2020 - 14:09
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Weinbaukarte Wien
© ÖWM/WIKIMEDIA COMMONS  

Wien gilt seit Jahren als die Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität. Dafür sprechen viele Faktoren, von der sauberen Luft bis zum hervorragenden Trinkwasser. Für die Wiener und ihre Bürgermeister ist jedoch nicht zuletzt der Wiener Wein für die Lebensfreude verantwortlich, und das seit Jahrtausenden, denn sogar die Kelten bauten hier bereits Wein an. Wenngleich eher in den nach und nach eingemeindeten Vororten Wein angebaut wurde, gibt es heute sogar noch im ersten Bezirk einen kleinen Weingarten. Klingende Namen wie Grinzing, Sievering, Strebersdorf, Stammersdorf et cetera beschwören Bilder der Heurigenkultur herauf: leuchtende Gesichter von geselligen Menschen beim Wein, das Wort „Gemütlichkeit“ muss hier erfunden worden sein. Die Zeiten, als man sich das Essen selbst mitnahm, sind längst vorbei, heute wird man beim Heurigen bestens verpflegt, egal ob mitten im Weingarten oder beim Nobelheurigen.

Auch der Wein hat eine steile Entwicklungskurve hinsichtlich der Qualität hingelegt. Vor allem die Winzergruppe „WienWein“ (Christ, Cobenzl, Edlmoser, Fuhrgassl-Huber, Mayer am Pfarrplatz, Wieninger) bemüht sich seit 2006 um die Anhebung der Weinqualität. Mit gebündelter Kraft haben die sechs Winzer den Wiener Gemischten Satz aus seinem Schattendasein geholt und zum Wein-Aushängeschild der Stadt gemacht, der heute von New York bis Tokio bekannt ist und geschätzt wird. 2008 ging der „Wiener Gemischte Satz“ an Bord der Slow Food Arche des Geschmacks, seit dem Jahrgang 2013 darf er das Kürzel DAC für kontrollierte Herkunftsbezeichnung tragen. Die Ergebnisse der jährlichen Wiener Landesweinbewertung, bei der etwa 60 Betriebe ihre Weine einreichen, belegen, dass auch viele der kleinen, oft weniger bekannten Winzer erstklassige Weine erzeugen.

Die wichtigsten Großlagen der Stadt sind der Bisamberg im Norden der Stadt, der Kahlenberg, der Nussberg sowie der Maurerberg. Insgesamt umfasst die Wiener Weinbauflur 140 Rieden unterschiedlichster Größe, deren Abgrenzungen und Bezeichnungen genau festgelegt sind. Damit die Wiener Weingärten auch zukünftig als Naturlandschaft und Grüngürtel der Stadt erhalten bleiben und nicht Immobilien-Spekulationen zum Opfer fallen, regelt ein Wiener Landesgesetz, dass Rebflächen in Wien zwingend bewirtschaftet werden müssen. 

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GENUSS.Info

Weinbaufläche Wien: 637 Hektar
Weißwein                    83 %
Rotwein                       17 %

Flächenanteile der wichtigsten Sorten:
Gemischter Satz         28 %
Grüner Veltliner         21,5 %
Riesling                           9,4 %
Weißburgunder           6,7 %
Zweigelt                          6,5 %
Chardonnay                  4,6 %
Pinot Noir                       2,9 %
Welschriesling              2,9 %