GENUSS.Bier: Braumeister im Gespräch

Ein Artikel von Karin Vouk | 02.12.2020 - 12:57
Rudolf Schaflinger_(c)Brauerei Schladming.png

Rudolf Schaflinger © Tom Euscher / Brau Union

Heimische Biervielfalt kann man täg­lich er­leben, frisch vom Fass oder aus der Flasche. Doch wer sind die Menschen, die mit viel Wissen, Leidenschaft und Geschick diese Biere in höchster Qualität brauen? In persönlichen Interviews mit unserer GENUSS. Ressortleiterin Bier, Karin Vouk, erzählen Brau­meister aus Österreich mehr aus ihrem Alltag.

Herr Schaflinger, Sie sind seit 2005 Braumeister bei Schladminger Bier. Wie sieht Ihr bisheriger beruflicher Werdegang aus?
Durch die Landwirtschaft meines Vaters und die Biertreber-Lieferungen fürs Futter kam ich bereits sehr früh mit der Brauerei Schladming in Kontakt und machte von 1986 bis 1989 eine Brauerlehre. Ab 1995 war ich Stellvertreter des Braumeisters und seit 2005 bin ich mit meinem Team für die Produktion der Schladminger Biere verantwortlich.

Sie setzen bei den Rohstoffen für Ihre Biere auf Regionalität. Nach welchen Kriterien wählen Sie die Rohstoffe für die Schladminger Biere aus? Gibt es Kooperationen mit Landwirten?
Wir beziehen die Rohstoffe für unser Märzen und die Bio-Biere von Vertragsbauern in Österreich. Die Bio-Biere dürfen nur mit Malz und Hopfen aus Österreich verarbeitet werden. Dies ist mit der Bio-Austria vertraglich geregelt. Ein Vertragsbauer beliefert uns nur mit jener Bio-Braugerste, die von der STAMAG vermälzt wird. Unseren Bio-Hopfen beziehen wir ausschließlich aus dem Mühlviertel und das Bio-Weizenmalz kommt aus Grieskirchen. Mit dem naturbelassenen Bergquellwasser und dem traditionellen Brauverfahren unter Verwendung erlesener Rohstoffe erhält das Schladminger seinen typischen und bekannten Geschmack.

Aus der Brauerei Schladming kommen nicht nur Bio-Biere, sie produziert auch zur Gänze nachhaltig, ist die zweite Grüne Brauerei Österreichs. Welche Umstellungen waren dazu in den vergangenen Monaten/Jahren notwendig?
Nach dem Anschluss an das Schladminger Fernwärmenetz im Dezember 2018 wurde im Juni 2019 eine Pellets-Heizanlage für das Kochen der Würze installiert und in Betrieb genommen. So sind wir die zweite Grüne Brauerei in der Steiermark und brauen unser Schladminger Bier zur Gänze mit grüner Energie.

Wie wird die Kooperation mit der örtlichen Fernwärme und das nach­haltige Konzept in Schladming gesehen/angenommen?
In diesem Sommer stieg der Absatz unseres Bieres in der Region noch mehr. Dies zeigt uns, dass die Bevölkerung unsere Bemühungen für die Umwelt sehr schätzt, aber natürlich auch das heimische Produkt.

Seit Kurzem erscheinen die Bio-Biere der Brauerei im neuen Design. Warum gab es diesen Relaunch?
Bereits seit 20 Jahren präsentierten sich die Schladminger Biere im selben Design. Daher war es schon sehr an der Zeit für eine Veränderung, um das Bio-Produkt schöner zu präsentieren. Auch sind unsere Kunden mehr an unseren Produkten interessiert und wünschen sich mehr Informationen, welche jetzt auf dem Rückenetikett zu lesen sind.

Zwickelbiere sind sehr sensibel. Worauf sollte der Biergenießer besonders achten, wenn er beim Wirt ein Schladminger Bio-Zwickel vom Fass bestellt?
Es ist ganz wichtig, auf die Frische des Bieres zu achten. Diese erkennt man an der guten Trübung, einer schönen Schaumkrone und dem reinen Geruch. Dann ist die Schankanlage in Ordnung. Bei stechendem Geruch sollte diese unbedingt überprüft werden.

Wo genießen Sie am liebsten ein gepflegtes Bier vom Fass?
Es ist immer wieder eine Überraschung, wenn ich in Österreich Urlaub mache, in welchen Regionen ich unser Schladminger Bio Zwickl genießen kann.