Lagen-Präsentation

Ein Artikel von André Cis | 23.06.2021 - 11:20
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© Eruption Winzer

Anfang Juni luden die Eruption Winzer zum großen Bahnhof nach Trautmannsdorf ins „Trauteum“. Unter Federführung des neuen Obmanns Stefan Müller präsentierten die neun Winzer nach einem erfolgreichen Relaunch im Frühjahr nunmehr das Kernstück ihres Selbstverständnisses: den privatrechtlichen Qualitätsstandard zur Lagenweinklassifizierung.

Vorbild Frankreich
Aufbauend auf dem mittlerweile etablierten Vulkanland-DAC System haben die WinzerInnen einen komplexen Kriterienkatalog erstellt, auf Basis dessen ihre Rieden zusätzlich in „Erste Lagen“ und „Große Lagen“ kategorisiert werden. „Burgund und Bordeaux haben es uns, bezogen auf die Lage und auf das jeweilige Weingut vorgemacht, wir haben das nun aufgegriffen“, sagt der bekennende Frankreich-Liebhaber Josef Scharl. Ausgehend von einer 100 Punkte Skala müssen 75 („Erste Lage“) respektive 90 („Große Lage“) Punkte erreicht werden, um eine Riede in der jeweiligen Kategorie auszeichnen zu können.

Der objektive Blick von außen
Kriterien für die Bewertung der Ersten- und Großen Lagen sind unter anderem die geographische Lage, Ausrichtung und Steilheit; aber auch die Bodenbeschaffenheit, das Alter der Reben, Klon-Selektion und Arbeitsweisen im Weingarten sowie Keller spielen eine Rolle. Die Bewertung zur Lagenklassifikation erfolgt mittels Fragebogen durch eine externe Kontrollstelle, die LACON GmbH. Für den Stradener Winzer Stefan Krispel ist der objektive Blick von außen essentiell, um transparente Qualitätskriterien innerhalb der Winzervereinigung zu verankern sowie gegenüber dem Konsumenten glaubhaft zu kommunizieren.

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© Eruption Winzer

Terroir, mehr als ein Schlagwort
Im Rahmen der Präsentation vor ExpertInnen ließen die Eruption Winzer ihren Worten denn auch Taten folgen. Kommentiert vom, in der Region verwurzelten, Star-Sommelier Gerhard Retter wurden ausgewählte Erste- sowie Große Lagen aller Winzer verkostet. Flight-übergreifend konnten die TeilnehmerInnen bei dieser Gelegenheit nebst Jahrgangstypizitäten beispielsweise auch die Unterschiede verschiedener Chardonnays auf Sand und Schotter versus auf Lehm gewachsen erschmecken.

Wein-Inselhopping
Der Blick von außen und in dem Fall auch von oben war den Eruption Winzern und Winzerinnen seit jeher ein Anliegen. So flog man anlässlich der Präsentation der neuen Klassifizierung mit den geladenen Gästen per Hubschrauber über die malerischen Lagen des Vulkanlandes. Im Vergleich zur kompakten Südsteiermark nehmen sich die Weinbau-Inseln im Vulkanland versprengt über die Region aus. Sehr anschaulich konnten so auch anhand der ins Land eingebetteten Steinbrüchen die regionstypischen Bodenbeschaffenheiten demonstriert werden.

Kulinarische Vielfalt
Prominente Unterstützung fanden die Eruption Winzer bei den Geschwistern Rauch, welche die Lagen-Präsentation kulinarisch gemeinsam mit ihren Genusspartnern rund um die Vulcano Schinken-Manufaktur, Fink’s Delikatessen und der Fromagerie zur Riegersburg umrahmten. Das abendliche Gala-Menü bei dem bekannten Spitzenduo wurde indes zur Bühne, um das Reifepotential der Eruption-Lagenweine beeindruckend zur Schau zu stellen.